SymbolbildÖl- und Gaspreise steigen, da Hormus und Angriffe auf Saudi-Arabien das Angebot verknappen
Brent erreichte am Dienstag 112 Dollar, ehe der Preis nachgab; Europas Gaspreis lag so hoch wie seit Ende 2022 nicht mehr.
Brent zur Lieferung in einem Monat stieg am Dienstag, dem 20. Oktober, auf bis zu 112 Dollar, den höchsten Stand seit fünf Monaten, gab die Gewinne am Nachmittag aber ab und notierte bei rund 106 Dollar, immer noch etwa 25 Prozent über dem Tief von Ende August bei 85 Dollar (Handelsblatt). Der Gas-Richtwert TTF in Amsterdam übertraf 90 Euro je Megawattstunde. Die jemenitischen Huthi-Rebellen erklärten, sie hätten saudische Energieanlagen, Flughäfen und Militärziele angegriffen; die saudischen Behörden bestätigten das zunächst nicht, und Reuters konnte es nicht unabhängig prüfen. Auch die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus nehmen wieder zu.
Deutsche Erzeugerpreise springen
Das Statistische Bundesamt teilte am Dienstag mit, die Erzeugerpreise lägen im September 6,7 Prozent über dem Vorjahr, der stärkste Anstieg seit März 2023 und mehr als die von Ökonomen erwarteten 6,2 Prozent. Energie verteuerte sich um 14,9 Prozent, Mineralölerzeugnisse um 51,3 Prozent, was die Statistiker auf den Krieg im Iran und im Nahen Osten zurückführten. Der Chefvolkswirt der Bethmann HAL rechnet damit, dass die Jahresrate in Richtung zehn Prozent steigt.
Nahrung, Flugpreise und Agrarhilfe
Die FT zitiert das S&P Global Institute mit der Warnung, Konflikte und ein starkes El Niño erhöhten das Risiko einer Nahrungsmittelkrise. Nur als Schlagzeilen liegen vor: Bloomberg meldet, der Ryanair-Chef erwarte im nächsten Jahr einen historischen Anstieg der Flugpreise; das WSJ berichtet von einem geplanten Hilfspaket für Landwirte über 8 Milliarden Dollar.