SymbolbildFrankreich verlängert Ausgangssperren und plant Truppeneinsatz nach Krawallen am Wochenende
Nächtliche Ausgangssperren haben französische Städte beruhigt; die Regierung will vor neuen Protesten am Samstag Soldaten und zusätzliche Polizei einsetzen.
Premierminister Sébastien Lecornu erklärte am Dienstag, 20. Oktober, gezielte Ausgangssperren hätten nach einem Wochenende mit Ausschreitungen und Plünderungen am Montagabend für Ruhe gesorgt. Paris verlängerte die Sperre rund um Les Halles und die Place de la République, und auch Lyon, Toulouse und Marseille (für Minderjährige) behielten Einschränkungen bei. Innenminister Laurent Nuñez sagte, Soldaten der Operation Sentinelle würden Aufgaben der inneren Sicherheitskräfte übernehmen, um Polizei für die Proteste am Samstag freizumachen.
Gerichte und Festnahmen
Justizminister Gérald Darmanin bezifferte die Zahl der Inhaftierten auf 123 (FT) bis 150 (FAZ), nach fast 3000 Festnahmen. Gerichte in mehreren Städten hielten Sondersitzungen für beschleunigte Verfahren ab.
Verdächtiger von Limoges
Die Polizei nahm am Dienstag einen 34-Jährigen wegen des Brands im Rathaus von Limoges fest; „Le Parisien“, zitiert von der FAZ, bringt ihn mit Les Soulèvements de la Terre in Verbindung.
Versicherer und Händler zählen die Kosten
Morningstar DBRS beziffert die versicherten Schäden laut FAZ auf knapp 1,2 Milliarden Euro.
Andere Meinungen
Die FAZ betont den linksradikalen Hintergrund des Verdächtigen von Limoges; die FT hebt das Versagen der Polizei hervor.