US-Iran-Krieg eskaliert weiter: Zweite Angriffswelle, Seeblockade und Drohung mit „existenziellem Krieg“Inmitten der Kämpfe: Iran lässt seit 2024 inhaftierte US-Bürgerin freiRussische Raketen treffen Kiew, Brände in der HauptstadtSelenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow mitten im KriegEpstein-Akten: Vance räumt ein, die Regierung habe die Freigabe „komplett vermasselt“Waldbrände in Kanada: Toronto zeitweise mit weltweit schlechtester LuftFrankreich beschließt Gesetz zur SterbehilfeKuba: Dritter landesweiter Stromausfall binnen einer WocheSüdkoreas Notenbank erhöht erstmals seit dreieinhalb Jahren die ZinsenTrump kündigt neue Zölle gegen Brasilien anÖl- und Gaspreise steigen wegen der Nahost-EskalationChinas E-Auto-Offensive setzt westliche Hersteller unter DruckNvidia treibt KI-Roboter in Japan voran, Hyundai übernimmt Boston Dynamics ganzChina lässt Apple Intelligence zu, Partner sind Alibaba und BaiduTSMC steuert dank KI-Boom auf Rekordgewinn zuEU akzeptiert Nachbesserungen von Musks Plattform XUS-Iran-Krieg eskaliert weiter: Zweite Angriffswelle, Seeblockade und Drohung mit „existenziellem Krieg“Inmitten der Kämpfe: Iran lässt seit 2024 inhaftierte US-Bürgerin freiRussische Raketen treffen Kiew, Brände in der HauptstadtSelenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow mitten im KriegEpstein-Akten: Vance räumt ein, die Regierung habe die Freigabe „komplett vermasselt“Waldbrände in Kanada: Toronto zeitweise mit weltweit schlechtester LuftFrankreich beschließt Gesetz zur SterbehilfeKuba: Dritter landesweiter Stromausfall binnen einer WocheSüdkoreas Notenbank erhöht erstmals seit dreieinhalb Jahren die ZinsenTrump kündigt neue Zölle gegen Brasilien anÖl- und Gaspreise steigen wegen der Nahost-EskalationChinas E-Auto-Offensive setzt westliche Hersteller unter DruckNvidia treibt KI-Roboter in Japan voran, Hyundai übernimmt Boston Dynamics ganzChina lässt Apple Intelligence zu, Partner sind Alibaba und BaiduTSMC steuert dank KI-Boom auf Rekordgewinn zuEU akzeptiert Nachbesserungen von Musks Plattform X

Die Lage · Ausgabe 16

Donnerstag, 16. Juli 2026

Der US-Iran-Krieg beherrscht auch heute die Lage. Das US-Militär flog binnen eines Tages eine zweite Angriffswelle gegen iranische Küstenverteidigung und Raketenstellungen, erneuerte die Seeblockade der Häfen und traf erstmals auch den Norden des Landes; Teheran sprach von einem „existenziellen Krieg“, drohte mit dem Stopp weiterer Energieexporte und meldete Drohnenangriffe auf US-Stützpunkte in Jordanien. Mitten in die Eskalation platzte die Freilassung einer seit 2024 inhaftierten US-Bürgerin, die Präsident Trump lobte, ein schmales Zeichen begrenzter Verständigung. Der von Washington vermittelte Waffenstillstand der Vorwoche ist damit endgültig gescheitert.

Der Krieg strahlt direkt auf die Weltwirtschaft aus: Die Ölpreise stiegen den vierten Tag in Folge, asiatische Gaspreise erreichten den höchsten Stand seit Ende März, getrieben von der Sorge um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus. In der übrigen Geopolitik beschoss Russland erneut Kiew mit ballistischen Raketen, während Präsident Selenskyj mit der Entlassung des populären Verteidigungsministers Fedorow für Unverständnis sorgte. In den USA räumte Vizepräsident Vance ein, die Regierung habe die Freigabe der Epstein-Akten „komplett vermasselt“. In Frankreich beschloss das Parlament ein Sterbehilfe-Gesetz, in Kanada verdunkelte Waldbrandrauch Toronto, und Kuba erlitt den dritten landesweiten Stromausfall binnen einer Woche.

In der Wirtschaft setzte die Bank of Korea mit der ersten Zinserhöhung seit dreieinhalb Jahren ein Ausrufezeichen gegen Inflation und Rekordverschuldung, während viele Notenbanken eher über Senkungen nachdenken. Trump kündigte neue 25-Prozent-Zölle gegen Brasilien an, als Ersatz für vom Supreme Court kassierte Abgaben, und Chinas E-Auto-Offensive setzt westliche Hersteller weiter unter Druck, sichtbar auch daran, dass Deutschlands E-Auto-Prämie vor allem Tesla und chinesischen Marken nützt.

In der Technologie zeigt sich der KI-Boom von seiner starken Seite: TSMC steuert auf ein fünftes Rekordquartal in Folge zu, Nvidia band führende japanische Automatisierer in seine Roboter-Initiative ein und Hyundai übernahm Boston Dynamics ganz. China ließ Apple Intelligence mit den Partnern Alibaba und Baidu zu, und die EU-Kommission akzeptierte nach einer Millionenstrafe Nachbesserungen von Elon Musks Plattform X. KI und Robotik erscheinen so als Wachstumsmotor, der zugleich neue Fragen von Marktmacht und Regulierung aufwirft.

Hormus-Iran-KriseNahostÖlmarktRusslandUkraine-KriegUSA

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Geopolitik
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US-Iran-Krieg eskaliert weiter: Zweite Angriffswelle, Seeblockade und Drohung mit „existenziellem Krieg“

Hormus-Iran-KriseNahostÖlmarkt

Das US-Militär flog binnen eines Tages eine zweite Angriffswelle gegen iranische Küstenverteidigung und Raketenstellungen und setzte die Seeblockade der iranischen Häfen wieder in Kraft. Teheran sprach von einem „existenziellen Krieg“ mit Amerika, drohte mit dem Stopp weiterer Energieexporte und meldete Drohnenangriffe auf US-Stützpunkte in Jordanien. Erstmals wurden auch Ziele im Norden Irans getroffen.+ mehr Blickwinkel

Nach Angaben des US-Zentralkommandos startete das US-Militär am Mittwoch eine zweite Angriffswelle am selben Tag und traf iranische Küstenverteidigungsanlagen und Raketenstellungen, nachdem es zuvor die Seeblockade iranischer Häfen erneuert hatte. Iran erklärte, es befinde sich in einem „existenziellen Krieg“ mit den USA, und drohte, weitere regionale Energieexporte zu kappen; die iranische Armee meldete am Donnerstagmorgen Drohnenangriffe auf US-Militäranlagen in Jordanien. Die westlich orientierten Quellen (Daily Maverick, FAZ, Haaretz) betonen die zunehmende US-Feuerkraft, den Druck auf Teheran und die erstmalige Ausweitung der Angriffe auf den Norden des Landes sowie das Lahmlegen eines Öltankers. Al Jazeera hebt dagegen die zivilen Schäden hervor und zitiert einen iranischen Arzt, wonach ein US-Angriff eine Kinderkrebsklinik beschädigt habe; diese Darstellung stammt aus iranischer Quelle und ließ sich unabhängig nicht bestätigen. Die serbische B92 spricht nüchtern von einem „zweiten Schlag“ und referiert die CENTCOM-Meldung. Trump lobte parallel die Freilassung einer US-Bürgerin durch Teheran, was auf schmale Kanäle inmitten der Eskalation hindeutet. Der von Washington vermittelte Waffenstillstand der Vorwoche ist damit endgültig Geschichte.

Daily MaverickLe MondeFAZAl JazeeraB92

Geopolitik

Inmitten der Kämpfe: Iran lässt seit 2024 inhaftierte US-Bürgerin frei

Hormus-Iran-KriseNahost

Der Iran hat die iranisch-amerikanische Doppelstaatlerin Dena Karari freigelassen, die seit Dezember 2024 unter Spionagevorwürfen festgehalten wurde. Präsident Trump erklärte, sie sei „sicher außerhalb des Iran und in gutem Zustand“, und dankte Teheran. Die Freilassung fällt mitten in die militärische Eskalation zwischen beiden Staaten.+ mehr Blickwinkel

Dena Karari, eine iranisch-amerikanische Doppelstaatsbürgerin, deren Pass im Dezember 2024 beschlagnahmt worden war und die seither das Land nicht verlassen durfte, ist nach Angaben Washingtons freigelassen worden. Trump verkündete die Nachricht auf Truth Social und sprach von einer zu Unrecht Inhaftierten, die nun in Sicherheit sei; er bedankte sich ausdrücklich beim Iran. Die New York Times und der Guardian ordnen den Schritt als seltenes Signal begrenzter Verständigung ein, während US-Kampfjets weiter iranische Ziele angreifen. Die konservative Welt verbindet die Freilassung mit den zeitgleichen Explosionen nahe Teheran und dem Lahmlegen eines Öltankers und betont den Kontrast zwischen humanitärer Geste und laufendem Krieg. Teheran selbst nannte keine ausführliche Begründung, was Raum für Interpretationen lässt, ob es sich um einen Vertrauensbeweis, ein Verhandlungssignal oder eine humanitäre Einzelentscheidung handelt. Die Quellenlage zu den genauen Umständen der Freilassung ist noch dünn.

New York TimesThe GuardianDie Welt

Russische Raketen treffen Kiew, Brände in der Hauptstadt

RusslandUkraine-Krieg

Russland hat Kiew erneut mit ballistischen Raketen beschossen; in der Stadt waren während des Alarms Explosionen zu hören, Bürgermeister Klitschko meldete mehrere Brände. Die Angriffe folgten kurz nach der Unterzeichnung eines Drohnen-Abkommens zwischen der EU und der Ukraine. Russland warf Kiew zugleich die Tötung eines Akw-Chefingenieurs vor.+ mehr Blickwinkel

In der Nacht schlugen erneut russische ballistische Raketen in Kiew ein; die Nachrichtenagentur AFP berichtete von Explosionen während eines Raketenalarms, Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Rettungsdienste bekämpften Brände in der Hauptstadt. Al Jazeera stellt den Beschuss in den Zusammenhang mit einem frisch unterzeichneten Drohnen-Abkommen zwischen EU und Ukraine, das die ukrainische Rüstungsproduktion stärken soll. Die FAZ verweist zusätzlich auf erneute Tote nach russischen Angriffen in Saporischschja und auf den russischen Vorwurf, die Ukraine habe den Chefingenieur eines Atomkraftwerks getötet; Kiew äußerte sich dazu zurückhaltend, unabhängig bestätigt ist der Vorwurf nicht. Die westlichen und ukrainischen Darstellungen betonen den fortgesetzten russischen Terror gegen zivile Infrastruktur, während Moskau seine Angriffe als Reaktion auf ukrainische Schläge rahmt. Der Beschuss unterstreicht, dass der Zermürbungskrieg trotz diplomatischer Bewegung in Europa unvermindert weitergeht.

Al JazeeraFAZAFP

Selenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow mitten im Krieg

RusslandUkraine-Krieg

Der ukrainische Präsident hat überraschend Verteidigungsminister Mychailo Fedorow, einen Verfechter des Drohnenkriegs, nach sechs Monaten aus dem Amt gedrängt. Als Nachfolger ist Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch. Der Schritt löste Unverständnis und Proteste aus, ein prominenter Freiwilliger nannte ihn einen „fatalen Fehler“.+ mehr Blickwinkel

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem überraschenden Regierungsumbau Verteidigungsminister Mychailo Fedorow abgesetzt, der als Reformer und treibende Kraft des ukrainischen Drohnen- und Roboterkriegs galt. Die New York Times führt den Rücktritt auf anhaltende Konflikte mit der Generalität und mit Rüstungsunternehmen über die Rolle innovativer Waffen zurück. Politico zitiert einen prominenten Militärfreiwilligen mit den Worten, dies sei „ein fataler Fehler, der uns teuer zu stehen kommt“, und beschreibt Fedorow als populären Reformer. Die russische Exilzeitung Meduza meldet nüchtern, Innenminister Ihor Klymenko solle den Posten übernehmen, und betont die kurze Amtszeit von sechs Monaten. Le Monde hebt hervor, dass der Abgang des sehr populären Ministers mitten in einer ukrainischen Offensive auf der Krim erfolgt und landesweit Unverständnis sowie für Donnerstag angekündigte Solidaritätskundgebungen auslöst. Regierungsnahe Stimmen deuten den Schritt als Konsolidierung von Selenskyjs Kontrolle, Kritiker als Schwächung einer erfolgreichen Rüstungspolitik; eine offizielle Begründung des Präsidenten steht noch aus.

Politico EuropeNew York TimesLe MondeMeduzaDie Zeit

Epstein-Akten: Vance räumt ein, die Regierung habe die Freigabe „komplett vermasselt“

Epstein-AktenTrump und die JustizUSA

US-Vizepräsident J.D. Vance hat im Podcast von Joe Rogan eingeräumt, seine Regierung habe die Freigabe der Epstein-Akten „absolut vermasselt“, und vor allem die frühere Justizministerin Pam Bondi verantwortlich gemacht. Zugleich verweigerte das Justizministerium dem Bundesstaat New Mexico Akten für dessen Ermittlungen. Der Streit um zurückgehaltene Dokumente setzt Trumps Lager weiter unter Druck.+ mehr Blickwinkel

Vizepräsident J.D. Vance sagte dem Podcaster Joe Rogan, die Trump-Regierung habe die Kommunikation rund um die Epstein-Akten „komplett vermasselt“ und hätte von Anfang an alle Dokumente veröffentlichen sollen; die frühere Justizministerin Pam Bondi habe „überzeichnet, was wir hatten“. Politico und der Guardian werten das als seltenes Eingeständnis aus der Regierungsspitze, das den anhaltenden Unmut auch bei Trumps eigener Basis widerspiegelt. Al Jazeera berichtet zeitgleich, das US-Justizministerium verweigere dem Bundesstaat New Mexico Akten, die dieser für seine strafrechtlichen Ermittlungen zu mutmaßlichem Missbrauch auf Epsteins Ranch für entscheidend hält. Die konservative Welt betont Vances Schuldzuweisung an Bondi, während linksliberale Blätter den grundsätzlichen Vorwurf der Intransparenz in den Vordergrund rücken. Der Streit reicht zurück bis zu Bondis Andeutung einer Kundenliste Anfang 2025 und einem umstrittenen Memo, wonach es weder eine solche Liste noch Belege für Erpressung gebe. Wie viel tatsächlich zurückgehalten wird, bleibt zwischen den Lagern umstritten.

PoliticoThe GuardianDie WeltAl Jazeera

Waldbrände in Kanada: Toronto zeitweise mit weltweit schlechtester Luft

Kanadas WaldbrändeKatastrophenschutz

Rauch von Waldbränden im Nordwesten Ontarios hat Toronto in eine dichte Smogwolke gehüllt; die Metropole hatte zeitweise die schlechteste Luftqualität der Welt, noch vor Kinshasa und Neu-Delhi. Die Behörden riefen die Menschen auf, im Haus zu bleiben. Auch der Nordosten und Mittlere Westen der USA sind vom Rauch betroffen.+ mehr Blickwinkel

Anhaltende Waldbrände in der kanadischen Provinz Ontario haben Toronto am Abend in dichten Rauch gehüllt; laut Messungen war die Luftqualität dort zeitweise die schlechteste weltweit und übertraf Städte wie Kinshasa und Neu-Delhi. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, nicht ins Freie zu gehen. Der Deutschlandfunk und Le Monde schildern die gesundheitliche Belastung und die Ausrufung von Warnstufen, das Wall Street Journal betont die grenzüberschreitende Dimension: Der Rauch legt sich auch über den Nordosten und Mittleren Westen der USA. Al Jazeera verweist auf die weltweite Spitzenstellung Torontos im Luftqualitäts-Ranking. Die Berichterstattung ist über die Lager hinweg weitgehend deckungsgleich und sachlich; strittig bleibt allenfalls, wie stark der Klimawandel als Ursache betont wird. Die Brände fügen sich in eine Reihe schwerer Waldbrandsaisons seit dem Rekordjahr 2023 ein, deren Rauch immer wieder nordamerikanische Ballungsräume erreicht.

DeutschlandfunkLe MondeAl JazeeraWall Street Journal

Frankreich beschließt Gesetz zur Sterbehilfe

Frankreichs Sterbehilfe-Gesetz

Die französische Nationalversammlung hat nach jahrelanger Debatte das Gesetz zur aktiven Sterbehilfe endgültig verabschiedet. Schwer und unheilbar kranke Erwachsene erhalten unter strengen Auflagen ein Recht auf assistiertes Sterben. Vor Inkrafttreten wird eine Verfassungsklage erwartet.+ mehr Blickwinkel

Mit dem endgültigen Votum der Nationalversammlung hat Frankreich ein Gesetz zur Sterbehilfe für schwer und unheilbar erkrankte Menschen beschlossen, das assistierten Suizid unter strengen Auflagen ermöglicht. Die Zeit und der Deutschlandfunk schildern den Abschluss eines langen parlamentarischen Weges, der auf ein Wahlversprechen von Präsident Macron zurückgeht und dem eine intensive ethische Debatte vorausging. Politico weist darauf hin, dass gegen das Gesetz eine Verfassungsklage erwartet wird, bevor es in Kraft treten kann; die Regierung will den Verfassungsrat prüfen lassen. Weil sich Nationalversammlung und der konservativere Senat nicht einigen konnten, erhielt die Kammer nach mehreren Lesungen das letzte Wort, wie es die Verfassung erlaubt. Befürworter feiern einen Fortschritt für Selbstbestimmung, konservative und kirchennahe Kritiker warnen vor einem Dammbruch; die Berichterstattung der liberalen und öffentlich-rechtlichen Quellen bleibt dabei überwiegend sachlich. Das genaue Inkrafttreten hängt nun von der Entscheidung des Verfassungsrats ab.

Die ZeitPolitico EuropeDeutschlandfunk

Kuba: Dritter landesweiter Stromausfall binnen einer Woche

Kuba-Krise

Kuba ist innerhalb gut einer Woche zum dritten Mal von einem landesweiten Stromausfall getroffen worden. Wegen Treibstoffmangels müssen Bauern teils wieder auf Ochsen statt Traktoren umsteigen. Die Energie- und Wirtschaftskrise der Insel verschärft sich weiter.+ mehr Blickwinkel

Kuba erlebt einen weiteren Zusammenbruch seiner Stromversorgung: Nach Darstellung der Global Times ist es der dritte landesweite Blackout in gut einer Woche. Die Nachrichtenagentur AFP illustriert die Tiefe der Krise mit der Rückkehr zu Ochsengespannen auf treibstoffarmen kubanischen Feldern, weil Diesel für Traktoren fehlt. Beide Quellen zeichnen das Bild eines maroden, chronisch unterfinanzierten Stromnetzes und eines akuten Kraftstoffmangels. Die staatsnahe chinesische Quelle betont die Häufung der Ausfälle, die westliche Agentur die Folgen für die Landwirtschaft und den Alltag; eine ausführliche kubanische Regierungsdarstellung liegt in diesen Meldungen nicht vor. Die Krise reiht sich in eine seit Oktober 2024 anhaltende Serie von Blackouts ein, für die marode Ölkraftwerke, ausbleibende Öllieferungen der Verbündeten und das US-Embargo verantwortlich gemacht werden. Die Quellenlage bleibt schmal, die Grundlinie der Berichte aber übereinstimmend.

AFP / France 24Global Times

Wirtschaft

Südkoreas Notenbank erhöht erstmals seit dreieinhalb Jahren die Zinsen

Südkoreas Notenbank

Die Bank of Korea hat ihren Leitzins von 2,5 auf 2,75 Prozent angehoben, die erste Erhöhung seit Anfang 2023, und weitere Schritte signalisiert. Sie will damit steigende Inflation und die rekordhohe Haushaltsverschuldung eindämmen. Südkoreas Aktienmarkt gab nach der Entscheidung deutlich nach.+ mehr Blickwinkel

Die südkoreanische Notenbank hat ihren Leitzins erstmals seit dreieinhalb Jahren erhöht, von 2,5 auf 2,75 Prozent, und signalisierte weitere Straffungen. Associated Press und Reuters begründen den Schritt mit dem Ziel, die Inflation und die rekordhohe private Verschuldung einzudämmen. Die Financial Times hebt hervor, dass es der erste Zinsschritt unter dem neuen Notenbankchef Shin Hyun-song ist und dass er vor dem Hintergrund einer schwachen Landeswährung und der starken Abhängigkeit von Energieimporten erfolgt; der Aktienmarkt gab nach der Entscheidung deutlich nach. Die wirtschaftsliberale FT betont die Marktnervosität, die Agenturen den geldpolitischen Kurswechsel weg von der lockeren Politik der Vorjahre. Bemerkenswert ist die Erhöhung, weil viele Notenbanken zuletzt eher Zinssenkungen erwägen, Seoul aber wegen Immobilienpreisen, Schuldenlast und Won-Schwäche gegensteuert. Wie weit die Straffung geht, ließ die Notenbank offen und machte sie von den Daten abhängig.

Associated PressReutersFinancial Times

Trump kündigt neue Zölle gegen Brasilien an

USAUSA-Handelskonflikt

Die US-Regierung will Zölle von 25 Prozent auf bestimmte Importe aus Brasilien erheben und begründet das mit angeblich unfairen Handelspraktiken. Die neuen Abgaben ersetzen frühere Zölle, die der Supreme Court kassiert hatte. Ähnliche Ermittlungen laufen laut Berichten auch gegen Deutschland.+ mehr Blickwinkel

Die Trump-Regierung hat neue Zölle von 25 Prozent auf eine Reihe brasilianischer Produkte angekündigt und wirft Brasilien unfaire Handelspraktiken vor. Die New York Times ordnet den Schritt so ein, dass die neuen Abgaben frühere Zölle ersetzen, die der Oberste Gerichtshof zuvor für unzulässig erklärt hatte, Washington also einen neuen rechtlichen Weg sucht. Das Handelsblatt berichtet, dass ähnliche Ermittlungen auch gegen Deutschland laufen, und rahmt die Maßnahme als Teil einer breiteren protektionistischen Linie. Die linksliberale NYT betont die juristische Vorgeschichte und den politischen Konflikt mit Brasilien, die wirtschaftsliberale deutsche Sicht die Gefahr für europäische Exporteure. Brasilianische Reaktionen sind in den vorliegenden Meldungen noch nicht ausführlich abgebildet, sodass die Gegenperspektive vorerst dünn bleibt. Der Vorstoß fügt sich in Trumps anhaltenden Handelskonflikt mit zahlreichen Partnern ein, dessen konkrete Ausgestaltung immer wieder von Gerichten und Verhandlungen abhängt.

New York TimesHandelsblatt

Öl- und Gaspreise steigen wegen der Nahost-Eskalation

Hormus-Iran-KriseÖlmarkt

Die Ölpreise legten den vierten Tag in Folge zu, weil die US-Angriffe auf den Iran Sorgen vor einem größeren Konflikt schüren. Asiatische Gaspreise erreichten den höchsten Stand seit Ende März. Grund ist die Befürchtung, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus länger gestört bleibt.+ mehr Blickwinkel

Der Ölpreis stieg den vierten Handelstag in Folge, da die erneuten US-Angriffe auf den Iran die Furcht vor einer Ausweitung des Konflikts verstärken; das meldet Reuters. Bloomberg berichtet, dass die asiatischen Preise für verflüssigtes Erdgas den höchsten Stand seit Ende März erreichten, weil Marktteilnehmer eine länger anhaltende Störung des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Straße von Hormus befürchten. Beide, unabhängige und wirtschaftsliberale Quellen, verbinden die Preisbewegung eindeutig mit der militärischen Eskalation am Golf. Ein voller Preisschock mit Brent deutlich über 100 Dollar ist in den Meldungen bislang nicht beschrieben, wohl aber eine erhöhte, nervöse Marktlage. Für Importländer verschärft das die Inflationssorgen, während Öl- und Gasexporteure kurzfristig profitieren. Wie stark die Preise weiter steigen, hängt maßgeblich davon ab, ob die Meerenge tatsächlich blockiert wird.

ReutersBloomberg

Chinas E-Auto-Offensive setzt westliche Hersteller unter Druck

Chinas E-Auto-OffensiveChinas WirtschaftVW-Krise

Chinesische Elektroauto-Konzerne wie BYD drängen mit Tempo auf die Weltmärkte und setzen westliche Hersteller unter Druck; die USA halten BYD bislang außen vor. In Deutschland zeigt sich die Schwäche daran, dass die E-Auto-Prämie vor allem Tesla und chinesischen Marken nützt, während VW zurückfällt.+ mehr Blickwinkel

Ein Kommentar von Politico beschreibt Chinas E-Auto-Konzerne als „Piratenschiff“, das auf die westlichen Autobauer zusteuert: Nur die USA hätten Marktführer BYD bislang ferngehalten, doch das werde nicht gut ausgehen, solange sich der Westen nicht zusammenschließe. Die Berliner Zeitung zeigt die Kehrseite in Deutschland: Die neue E-Auto-Prämie sollte VW und Co. stärken, doch profitieren bislang vor allem Tesla und chinesische Marken, weil deutsche Elektroautos seltener gekauft werden. Die liberale europäische und die unabhängige deutsche Sicht ergänzen sich, betonen aber unterschiedliche Aspekte, den strategischen Handlungsdruck des Westens einerseits, die konkrete Verbraucherentscheidung andererseits. Chinesische Perspektiven fehlen in diesen beiden Quellen, was die Darstellung einseitig westlich hält. Hintergrund ist der rasante Aufstieg von BYD, das 2025 rund 4,6 Millionen Fahrzeuge verkaufte, und die EU-Zusatzzölle auf in China gebaute E-Autos. Ob Zölle und Subventionen die europäischen Hersteller schützen oder nur den Rückstand kaschieren, bleibt umstritten.

Politico EuropeBerliner Zeitung

Technologie

Nvidia treibt KI-Roboter in Japan voran, Hyundai übernimmt Boston Dynamics ganz

Humanoide RoboterKI-Boom

Nvidia und vier führende japanische Automatisierungskonzerne weiten ihre Zusammenarbeit an KI-gesteuerten Robotern aus; Konzernchef Jensen Huang umwirbt in Tokio japanische Zulieferer. Zugleich übernimmt Hyundai den restlichen Boston-Dynamics-Anteil von SoftBank, um den humanoiden Roboter Atlas zur Marktreife zu bringen.+ mehr Blickwinkel

Nvidia und vier der führenden japanischen Industrieautomatisierer wollen ihre Zusammenarbeit bei der Roboterentwicklung ausbauen und schließen sich Nvidias Coalition für sogenannte Physical AI rund um die Plattform Cosmos an; das stärkt Konzernchef Jensen Huangs Vorstoß in KI-fähige Hardware. Bloomberg schildert, wie Huang in Tokios Stadtteil Kanda gezielt kleine, wenig bekannte japanische Zulieferer umwirbt, die das Rückgrat der KI-Lieferkette bilden. Zeitgleich übernimmt Hyundai zusammen mit verbundenen Unternehmen den verbliebenen Anteil von SoftBank an Boston Dynamics, um die Kommerzialisierung des humanoiden Roboters Atlas zu beschleunigen. Alle drei Meldungen stammen von Bloomberg und zeichnen ein einheitliches Bild eines sich rasch industrialisierenden Robotermarktes; eine kritische oder gegenläufige Perspektive fehlt in dieser Quellenlage. Hintergrund ist der Boom humanoider Roboter, den Nvidia mit Plattformen für Physical AI befeuert und in dem auch chinesische Anbieter mit günstigen Modellen drängen. Wie schnell sich die Technik wirtschaftlich rechnet, bleibt offen.

Bloomberg (Nvidia Cosmos)Bloomberg (Huang Tokio)Bloomberg (Hyundai/Boston Dynamics)

China lässt Apple Intelligence zu, Partner sind Alibaba und Baidu

Chinas WirtschaftKI-Regulierung

Die chinesischen Behörden haben Apple Intelligence auf die Liste zugelassener KI-Dienste gesetzt. Apple arbeitet dafür im Land mit Alibaba und Baidu zusammen. Damit fällt eine zentrale regulatorische Hürde für die KI-Funktionen auf dem wichtigen chinesischen iPhone-Markt.+ mehr Blickwinkel

Chinas Regulierer haben Apple die lange erwartete Erlaubnis erteilt, seinen KI-Dienst Apple Intelligence auf iPhones im Land auszurollen; das Handelsblatt berichtet, dass der Dienst auf die Liste zugelassener KIs aufgenommen wurde und Apple dafür mit Alibaba und Baidu kooperiert. Nach Darstellung von Bloomberg und der South China Morning Post soll Alibabas Modell Qwen die zentralen Sprachfähigkeiten samt Inhaltsfilterung liefern, Baidu Funktionen für Bilderkennung und visuelle Suche. Die Zulassung durch die Cyberspace-Behörde beseitigt eine der wichtigsten politischen Hürden, die Apple bisher daran hinderten, den KI-Rückstand zwischen chinesischen und internationalen iPhones zu schließen. Die westlichen und die in Hongkong ansässige Sicht decken sich weitgehend und betonen die strategische Bedeutung für Apples Geschäft in China, wo die iPhone-Auslieferungen zuletzt wieder anzogen. Ein konkreter Starttermin wurde nicht genannt. Der Schritt zeigt, wie ausländische Tech-Konzerne für den Marktzugang in China auf heimische KI-Partner und die Zustimmung der Aufsicht angewiesen sind.

HandelsblattBloombergSouth China Morning Post

TSMC steuert dank KI-Boom auf Rekordgewinn zu

Chip-ExportkontrollenKI-Boom

Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC erwartet für das zweite Quartal einen Rekordgewinn, getrieben von der boomenden Nachfrage nach KI-Chips. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich kräftig. Es wäre das fünfte Rekordquartal in Folge.+ mehr Blickwinkel

Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC dürfte im zweiten Quartal einen Rekordgewinn erzielt haben, wie Reuters vor der Zahlenvorlage berichtete; Treiber ist die anhaltend starke globale Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich deutlich auf einen Höchststand, und Analysten erwarteten einen kräftigen Sprung beim Nettogewinn, das fünfte Rekordquartal in Folge. Als Nachfragetreiber gelten fortschrittliche Fertigungsverfahren im Bereich weniger Nanometer sowie moderne Verpackungstechnik für KI-Chips. Die Meldung stammt aus einer unabhängigen Wirtschaftsquelle und ist weitgehend zahlengetrieben, sodass sich hier keine ausgeprägten Lager-Gegensätze auftun; strittig ist eher die Grundsatzfrage, ob der KI-Boom nachhaltig ist. Für die Chipbranche und die von KI getriebenen Aktienmärkte gilt TSMC als Gradmesser. Die vollständigen Quartalszahlen wurden für den 16. Juli erwartet.

ReutersThe Star

EU akzeptiert Nachbesserungen von Musks Plattform X

EU-PlattformaufsichtKI-Regulierung

Nach einer Strafe von 120 Millionen Euro hat die EU-Kommission die von Elon Musks Plattform X vorgeschlagenen Änderungen akzeptiert. Es geht um Verstöße gegen die Digitaldienste-Verordnung, unter anderem um das irreführende Verifizierungssystem. Der Rechtsstreit ist damit aber nicht beendet, X hat gegen die Strafe Berufung eingelegt.+ mehr Blickwinkel

Die EU-Kommission hat die von der Plattform X angekündigten Abhilfemaßnahmen akzeptiert, nachdem sie gegen das Unternehmen wegen Verstößen gegen die Digitaldienste-Verordnung (DSA) eine Strafe von 120 Millionen Euro verhängt hatte. Die Zeit berichtet, die Kommission zeige sich mit den Vorschlägen einverstanden, unter anderem zum umstrittenen blauen Verifizierungshaken. Le Monde zitiert den Kommissionssprecher Thomas Regnier mit den Worten, dies sei „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, betont aber, der Streit sei nicht beendet, da X im Februar Berufung gegen die europäische Strafe eingelegt habe. Die liberale deutsche und die linksliberale französische Quelle stimmen in der Sache überein, X selbst und Musk-nahe Stimmen fehlen in diesen Meldungen, sodass die Perspektive der Plattform vor allem über ihre Berufung sichtbar wird. Hintergrund ist das erste förmliche DSA-Verfahren überhaupt, das die Kommission Ende 2023 gegen X eröffnet hatte. Ob die Nachbesserungen ausreichen und wie das Gericht über die Berufung entscheidet, ist noch offen.

Die ZeitLe Monde