SymbolbildEbola erreicht Nigeria, WHO warnt vor komplexerem Ausbruch
Nigeria hat am Dienstag seinen ersten Ebola-Fall bestätigt, das vierte afrikanische Land in diesem Jahr mit dem Bundibugyo-Stamm. Der Afrika-Direktor der WHO sagt, der Ausbruch sei nun komplexer.
Nigeria meldete den Fall in Abuja am Dienstag, 20. Oktober, und bestätigte einen Tag später den Bundibugyo-Stamm. Laut Al Jazeera ist die Patientin die in Uganda geborene Ehefrau eines Schweizer Diplomaten. Mohamed Janabi, WHO-Regionaldirektor für Afrika, sagte am Donnerstag bei einem Briefing, es gebe nun Fälle in Ost- und Westafrika. Das ECDC zählt im Kongo 9.552 bestätigte Fälle und 4.602 Todesfälle (Stand 19. Oktober), Kenia hat neun Fälle gemeldet.
Infektionsquelle umstritten
Ugandische Behörden sagen, die Frau sei vor der Durchreise durch Uganda in den Ostkongo gereist, doch WHO und Africa CDC haben nach eigenen Angaben keine bestätigten Informationen über eine Kongo-Reise. Die Schweizer Regierung teilte Reuters mit, die Frau habe sich vermutlich in Uganda angesteckt, was Regierungssprecher Alan Kasujja als "absurd" bezeichnete. Africa CDC zufolge verließen die nigerianische und die erste kenianische Patientin Entebbe beide am 3. Oktober; eine mögliche Begegnung wird untersucht.
Späte Entdeckung, Kontaktkontrollen
Laut WHO begannen die Symptome am 7. Oktober, die Infektion wurde am 20. Oktober bestätigt. Der Epidemiologe Peter Adewuyi nannte die acht bis neun Tage bis zur Entdeckung besorgniserregend, während der Vorsitzende der präsidialen Taskforce, Femi Gbajabiamila, sagt, die Protokolle hätten eine schnelle Identifizierung ermöglicht. Luftfahrtminister Festus Keyamo ordnete an, 46 Kontaktpersonen für 21 Tage auf eine Flugverbotsliste zu setzen.