SymbolbildAnleihemarkt unter Druck, Frankreich beginnt Haushaltsdebatte
Die Renditen von Staatsanleihen blieben nahe mehrjährigen Höchstständen, als die französische Nationalversammlung am Dienstag die Beratung des Haushalts 2027 begann. Frankreich gilt zunehmend als Brennpunkt der Spannungen.
Die Rendite französischer zehnjähriger Anleihen lag am Montag, 12. Oktober, bei 4,84 Prozent, nachdem sie am Donnerstag fast 5 Prozent erreicht hatte, und bleibt auf dem höchsten Stand seit 2002, berichtet Le Monde. Das Handelsblatt hält fest, dass Paris mehr zahlt als Italien oder Griechenland, und sieht in der französischen Politik keine Bereitschaft zu selbst geringen Konsolidierungsschritten. Laut Bloomberg-Schlagzeilen sehen Blackstones Gray und der Fed-Vertreter Waller in Frankreichs Belastung ein Warnsignal.
US-Staatsanleihen finden Käufer
Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen liegt bei 5,24 Prozent, 1,06 Prozentpunkte höher als zu Jahresbeginn, nach einem 24-Jahres-Hoch von 5,36 Prozent in der Vorwoche, berichtet die Financial Times. Anleger steckten seit Oktoberbeginn fast 14 Mrd. Dollar in Treasury-Fonds, nach FT-Berechnungen, und BlackRock kauft nach eigenen Angaben über alle Laufzeiten. Eine Bloomberg-Schlagzeile zitiert Ray Dalio mit der Aussage, der Ausverkauf habe noch einen "langen Weg" vor sich.
Sozialversicherung exponiert
Laut Le Monde beschafft die Urssaf Caisse nationale, die Renten und Familienleistungen auszahlt, 70 Prozent ihrer Mittel über kurzfristige Schuldtitel in London. Ihre Kredite laufen im Schnitt rund 80 Tage, sodass sie mehrmals im Jahr überwiegend ausländische Investoren zur Verlängerung bewegen muss.