SymbolbildParaguays abgesetzter Präsident Peña wegen Ueno-Bankenkollaps angeklagt, U-Haft gemeldet
Die Staatsanwaltschaft hat Paraguays abgesetzten Präsidenten Santiago Peña am Samstag wegen Untreue angeklagt, einen Tag nach seiner Absetzung durch den Senat. Laut FAZ ordnete ein Richter Untersuchungshaft an.
Der Senat setzte Peña am Freitag, 6. November, wegen seiner Verbindungen zur Ueno Bank ab, die die Zentralbank unter Abwicklung stellte. Einen Tag zuvor hatte er seinen Rücktritt angeboten, doch der Kongress trieb das Verfahren voran, sodass er die Immunität verlor, die er als Senator auf Lebenszeit behalten hätte. Am Samstag erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Untreue und Misswirtschaft zum persönlichen Vorteil. Handelsblatt und The Guardian berichten von einem Haftantrag der Staatsanwaltschaft, die FAZ meldet, ein Richter habe die Haft angeordnet. Peña wollte keine Erklärung abgeben. Vizepräsident Pedro Alliana wurde vereidigt und soll das Land bis August 2028 regieren.
Vermögenssperre und Mitbeschuldigter
Die Ermittler beantragten, das Vermögen Peñas und des früheren Zentralbankchefs Carlos Carvallo einzufrieren, gegen den dieselben Vorwürfe erhoben werden. Handelsblatt zufolge wird Carvallo zudem die Herstellung inhaltlich falscher öffentlicher Dokumente vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft betonte, die Ermittlungen stünden erst am Anfang, Hinweise auf eine kriminelle Vereinigung gebe es bislang nicht.
Millionen ohne Zugriff auf Erspartes
Laut The Guardian kamen fast 3 Millionen Ueno-Kunden, rund 60 Prozent der Erwachsenen, nicht mehr an ihre Konten. Etwa 32.000 Rentner, deren öffentliche Pensionsfonds in die Bank investiert waren, erhielten keine Zahlungen mehr, und Unternehmen meldeten Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent.