Wo das Thema steht
Einen Monat nach dem doppelten Erdbeben vom 24. Juni hat die bestätigte Zahl der Todesopfer in Venezuela die Marke von 5.300 überschritten, und es gibt weiterhin keine offizielle Zählung der Vermissten – das Ausmaß der Katastrophe bleibt damit ungeklärt, obwohl sich die offizielle Aufmerksamkeit bereits dem Wiederaufbau zuwendet. Telesur berichtet, dass die Wiederaufbaupläne inzwischen mehr als 128.000 Betroffene erfassen und dass das Ingenieurskollegium Venezuelas in Caracas über 8.000 Bauwerke inspiziert hat, um festzustellen, ob sie wieder bewohnbar sind. Dieser Apparat aus Begutachtung und Wiederaufbau läuft parallel zu einer Suche, die Familien noch immer selbst durchführen: El País beschreibt Anwohner, die eingestürzte Gebäude von Hand durchsuchen, während staatliche Maschinen anrücken und drohen, die Trümmer zu beseitigen, bevor die Toten geborgen sind, und Folha de S.Paulo berichtet von Jugendlichen, die Beton aufbrechen und Bewehrungsstahl durchsägen, während sie im Schutt nach dem Leichnam ihrer Mutter suchen. Ohne ein Vermisstenregister kann keine Behörde die Suche für beendet erklären, und jene, die noch graben, sind derzeit die Einzigen, die zählen.
Die emotionale Belastung reicht bis in die Regierung hinein: Der Gouverneur von Carabobo, Rafael Lacava, sagte Folha de S.Paulo, er habe „in seinem Leben noch nie so viel geweint“. Die Folgen der Katastrophe reichen zudem über Venezuelas Grenzen hinaus, wie El País anmerkt: Tausende Venezolaner in den Vereinigten Staaten seien weiterhin von einer Abschiebung in ein verwüstetes Land bedroht, was Forderungen nach einer Neueinstufung des Temporary Protected Status ausgelöst habe. Diese Frage ist bislang ungeklärt und verknüpft den Wiederaufbau innerhalb Venezuelas mit Entscheidungen, die in Washington getroffen werden.
Am 24. Juni erschütterten zwei Erdbeben Venezuela, verursachten großflächige Gebäudeeinstürze und eine bestätigte Zahl an Todesopfern, die laut El País inzwischen 5.300 überschritten hat. Die Behörden haben keine Zahl der Vermissten veröffentlicht, sodass die tatsächliche Opferzahl unbekannt bleibt. Zu den betroffenen Regionen zählt der Bundesstaat Carabobo, dessen Gouverneur Rafael Lacava sich öffentlich zur persönlichen Belastung durch die Katastrophe geäußert hat. Die Bergungsarbeiten sind umstritten, da Anwohner die Trümmer nach Angehörigen durchsuchen, während offizielle Räumarbeiten voranschreiten. Die Katastrophe hat zudem Folgen für Venezolaner im Ausland, insbesondere für die große Bevölkerungsgruppe in den Vereinigten Staaten, deren Abschieberisiko die Debatte um den Temporary Protected Status neu entfacht hat.