SymbolbildRekordtiefstand am Rhein legt Frachtverkehr lahm, während Hitze Europas Kraftwerke belastet
Die Dürre hat den Rhein auf historische Tiefstände gedrückt und den Frachtverkehr auf Deutschlands wichtigster Wasserstraße nahezu zum Erliegen gebracht. Die Rekordhitze in ganz Europa belastet Kraftwerke, Landwirtschaft und Gesundheitsdienste.
Was passiert ist
- Der Pegel Kaub zeigte am Mittwoch, den 5. August, 19 Zentimeter; normalerweise passieren dort täglich mehr als 300 Frachtschiffe.
- Der Rhein trägt rund 80 Prozent der deutschen Binnenschifffahrtstonnage, etwa 280 Millionen Tonnen pro Jahr.
- Thyssenkrupp stellte seine eigenen Schubboote zur Versorgung von Duisburg ein und charterte stattdessen Schiffe mit geringerem Tiefgang.
- Ungarn stand kurz davor, Paks, sein einziges Kernkraftwerk, abzuschalten, da das Kühlwasser aus der Donau knapp wurde.
- Österreich maß in Bad Deutsch-Altenburg 41,2 Grad, mehr als die 41 Grad in Wien einen Tag zuvor.
Der Blick von außen
Serbiens Politika rückt Südosteuropa in den Mittelpunkt: das slowenische Kernkraftwerk Krsko, das seine Leistung über Nacht auf 80 Prozent drosselt, Feuerwehrleute in Albaniens Region Malakaster und ein griechisches Feuer, das nordwestlich von Athen Tausende Hektar Ackerland verbrannte. Global Times berichtet über einen Rekordtiefstand der Donau im Südosten Rumäniens, eine Strecke, über die die deutschen und britischen Medien nicht berichten.
Mögliche Folgen
- Deutschlands Verkehrsminister Steffen Bilger trifft sich am Donnerstag mit der Industrie; Nordrhein-Westfalens Minister fordert eine nationale Task Force.
- ELWIS prognostiziert weiter fallende Pegel; das Kieler Institut beziffert 30 Niedrigwassertage auf 0,3 Prozent der Wirtschaftsleistung.
- Offen: wie lange Paks vom Netz bleibt und ob Deutschlands Schienennetz, das die FAZ als marode bezeichnet, den umgeleiteten Frachtverkehr aufnehmen kann.
- Großbritanniens Gesundheitsministerin Yvette Cooper fordert eine Sommerplanung des NHS; Busfahrer in London planen einen Streik wegen der Temperaturen in den Fahrerkabinen.