SymbolbildZahl der Ebola-Toten im Osten Kongos übersteigt 1.500 – Behandlungszentren in Brand gesteckt
Nach offiziellen, am Donnerstag gemeldeten Zahlen sind im Osten der Demokratischen Republik Kongo in etwas mehr als zwei Monaten über 1.500 Menschen an Ebola gestorben. Damit handelt es sich um den zweittödlichsten Ausbruch, der je verzeichnet wurde, und den am schnellsten tödlich verlaufenden überhaupt. Brandstifter haben mindestens ein Dutzend Behandlungseinrichtungen angegriffen, während sich Falschinformationen verbreiten.
Vereinigtes KönigreichWorld Health Organization
Was passiert ist
Offizielle, am Donnerstag, den 30. Juli, gemeldete Daten beziffern die Zahl der Todesopfer auf 1.521 bei 3.442 erfassten Fällen, Stand Dienstag, 28. Juli – ein Anstieg der Todesfälle um rund 50 Prozent innerhalb von etwa einer Woche. Der Ausbruch im Osten des Landes hat in etwas mehr als zwei Monaten über 1.500 Menschen das Leben gekostet, was ihn zum zweittödlichsten je verzeichneten Ausbruch macht und, gemessen an der Geschwindigkeit der Todesfälle, zum bislang schnellsten überhaupt. Der bislang schwerste Ausbruch, 2014-2016 in Westafrika, forderte über 11.000 Todesopfer bei mindestens 28.000 Fällen, allerdings über einen deutlich längeren Zeitraum. Es handelt sich um den Bundibugyo-Stamm des Virus, gegen den weder ein Impfstoff noch eine Behandlung zugelassen sind; die Weltgesundheitsorganisation hatte den Ausbruch im Mai zum globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Der Telegraph berichtet, dass seit der Ausrufung des Ausbruchs durch Kongo mindestens ein Dutzend Einrichtungen angegriffen wurden, wobei Brandstifter Behandlungszentren in Brand setzten, während falsche Behauptungen über die Krankheit kursieren. Ebola wurde erstmals 1976 in dem Gebiet identifiziert, das heute die Demokratische Republik Kongo ist, und wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut oder Erbrochenes übertragen.
Mögliche Folgen
Die niedergebrannten Kliniken nehmen genau in jenen Gebieten Isolationskapazitäten weg, in denen die Fallzahlen steigen, und da es weder einen zugelassenen Impfstoff noch ein Medikament gegen den Bundibugyo-Stamm gibt, beruht die Eindämmung auf Kontaktnachverfolgung und der Isolierung von Patienten – beides erfordert die Kooperation der Bevölkerung mit den Einsatzkräften. Britische Wissenschaftler entwickeln mit der Technologie, die auch hinter dem AstraZeneca-Covid-19-Impfstoff steht, einen Impfstoff gegen diesen Subtyp, doch aus dieser Arbeit steht bislang nichts vor Ort zur Verfügung. Der Anstieg der verzeichneten Todesfälle um rund die Hälfte innerhalb einer einzigen Woche ist die jüngste Zahl in diesem Ausbruch, und die nächste offizielle Aktualisierung wird zeigen, ob sich dieses Tempo fortsetzt. Ob die Einsatzkräfte die zerstörten Zentren wiederaufbauen können und unter welchem Schutz, wird die kommenden Wochen prägen.