SymbolbildHongkonger Gericht verhängt weitere zehn Jahre Haft gegen Joshua Wong
Das Obere Gericht Hongkongs hat den Aktivisten Joshua Wong am Donnerstag wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er hätte im Januar 2027 freikommen sollen.
Richter William Tam sagte, das Nationale Sicherheitsgesetz sehe für das Delikt mindestens zehn Jahre vor. Wongs Schuldeingeständnis im September senkte den Ausgangspunkt von 13 Jahren, berichtet die FAZ. Das Gericht verwies auf Wongs Lobbyarbeit im Ausland gemeinsam mit dem im Exil lebenden Aktivisten Nathan Law für feindselige Maßnahmen und Sanktionen gegen Hongkonger und chinesische Amtsträger, darunter Treffen 2019 in Washington mit Marco Rubio und Nancy Pelosi. Strafmildernd werteten die Richter nicht, dass ein großer Teil dieser Aktivitäten vor dem Gesetz von 2020 lag. Wong erklärte vor Gericht, er habe nie eine Unabhängigkeit Hongkongs gefordert und kein Geld aus dem Ausland erhalten. Es ist seine zweite Verurteilung nach dem Gesetz, nach vier Jahren und acht Monaten im November 2024 wegen einer inoffiziellen Vorwahl.
Reaktionen
Das US-Konsulat in Hongkong erklärte, es verurteile das Urteil scharf, und forderte Wongs sofortige Freilassung. Pekings Außenamtssprecher Guo Jiakun warnte vor "unverantwortlichen" Äußerungen zu Hongkongs Justiz. Amnesty Internationals Sarah Brooks nannte das Gesetz ein Werkzeug zur Bestrafung von Abweichlern, und Law sagte, das Urteil zeige Chinas Entschlossenheit, alle Hoffnungen auf Freiheit zu ersticken.