SymbolbildZweite Welle von Bombendrohungen trifft Flüge in Europa, keine Sprengsätze gefunden
Falsche Bombendrohungen haben am Donnerstag, zwei Tage nach einer ersten Welle, Umleitungen und Notlandungen europäischer Flüge ausgelöst. Alle Maschinen landeten sicher, Durchsuchungen blieben ohne Fund.
Die Zählungen weichen ab: Der Guardian berichtet von mindestens 25 Drohungen am Donnerstag, dem 5. November, in 16 Ländern, Le Monde zählte bis zum Mittag zwölf Flüge. Ein A320 von Aer Lingus von Dublin nach Rom landete auf dem Luftwaffenstützpunkt Evreux in Frankreich, und bulgarische Kampfjets eskortierten drei Ryanair-Flüge nach Sofia, einen davon mit Umleitung nach Plowdiw. Die tschechische Polizei stufte die Drohungen gegen vier Maschinen im Anflug auf Prag als wenig glaubwürdig ein. Der Guardian beziffert die Wochenbilanz auf 34 Flüge, nachdem am Dienstag sieben betroffen waren.
Bekennung von „Male State“
E-Mails an die Flughäfen Rom und Sofia waren mit „Kämpfer des Male State“ unterzeichnet, einer russischen rechtsextremen Bewegung, so der Guardian unter Berufung auf Quellen bei Aeroporti di Roma und AFP. Ihr Gründer bekannte sich auf Telegram nicht dazu.
Urheber unklar
Ermittler sagten dem Guardian, es gebe keine Hinweise auf eine feindliche Gruppe oder einen Staat hinter den Drohungen. Die Jerusalem Post verweist darauf, dass europäische Regierungsvertreter Russland und Iran hybride Angriffe vorwerfen, was beide bestreiten.
Ermittlungen gegen Piloten
Die Staatsanwaltschaft Evreux hat ein Verfahren gegen den Piloten der Aer Lingus eingeleitet, der sich laut Le Monde geweigert haben soll, auf einem Militärflughafen zu landen.