SymbolbildGewerkschaften und Ministerium streiten über Größe der Proteste in Frankreich, Premier lädt zur Sozialkonferenz
Laut Gewerkschaften demonstrierten 1,6 Millionen Menschen in Frankreich gegen hohe Lebenshaltungskosten, weit mehr als amtliche Zählungen ergeben. Premierminister Sébastien Lecornu empfängt am Montag Gewerkschaften und Arbeitgeber.
Unter dem Einsatz von 70.000 Polizisten fanden am Donnerstag, dem 5. November, in Städten im ganzen Land Demonstrationen statt. Die CGT zählte in Paris 350.000 Teilnehmer, das Innenministerium 65.000; landesweit nannte das Ministerium laut Le Monde 575.000 und laut FAZ 600.000. Die FAZ hält fest, dass es trotz Ausfällen an Schulen und in der Metro kein Generalstreik war. Reuters berichtete von einer kurzfristigen Verlegung des Orts für das G7-Ministertreffen.
Lohnforderungen
CFDT-Chefin Marylise Léon forderte eine Erhöhung des Mindestlohns um 100 Euro netto im Monat, FO-Chef Frédéric Souillot 2.000 Euro brutto. CGT-Generalsekretärin Sophie Binet begrüßte den Plan der Regierung, den Mindestlohn über die Erhöhung im Januar 2027 hinaus anzuheben, nannte zusätzliche 0,5 oder 0,6 Prozent aber unzureichend.
Haushalt abgelehnt
Am selben Tag lehnte die Nationalversammlung die Einnahmenseite des Haushaltsentwurfs der Regierung ab: 458 von 460 Abgeordneten stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Laut FAZ hat die Minderheitsregierung von Lecornu kaum Verhandlungsspielraum.
Gewalt bei Schulprotesten
Bei Toulouse setzten protestierende Schüler laut FAZ ein Schulgebäude in Brand. In La Courneuve wurde bei einer Schulblockade ein 16-Jähriger mit einem Messer am Hals verletzt, die Polizei nahm einen 20-jährigen Verdächtigen fest.