SymbolbildFranzösische Anleihen und Aktien fallen, Krawalle verschärfen Haushaltssorgen
Nach den gewaltsamen Protesten am Wochenende stiegen am Montag die französischen Renditen, die Aktien gaben nach. Anleger zweifeln, dass Paris seinen Sparhaushalt durchbringt.
Der Abstand zwischen den Renditen zehnjähriger französischer und deutscher Anleihen weitete sich laut Guardian auf 145 Basispunkte aus, den höchsten Stand seit zwei Jahren, nachdem Ausschreitungen am Samstag, 17. Oktober, öffentliche Gebäude in Brand gesetzt und Geschäfte geplündert hatten. Die Rendite zehnjähriger französischer Anleihen stieg bis auf 4,94 %. Der CAC 40 verlor knapp 1,3 %, Société Générale gab 2,5 % nach, BNP Paribas 2,2 %, auch Mailand fiel um fast 1,3 %. Der Euro sank um knapp 0,4 % auf 1,1201 Dollar. Jim Reid von der Deutschen Bank sagte, die Unruhen erschwerten ausländischen Anlegern den Kauf französischer Anleihen.
Sparplan in Gefahr
Ökonomen von Natixis weisen darauf hin, dass der 54-Milliarden-Euro-Sparplan der Regierung für 2027 auf eine zersplitterte Nationalversammlung ohne klare Mehrheit trifft. Le Monde ergänzt, dass 55 % der französischen Schulden im Ausland gehalten werden.
Moody's prüft am Freitag
Moody's soll am Freitag Frankreichs Rating überprüfen, was eine Herabstufung zur Folge haben könnte. Goldman Sachs hält eine ungeordnete Eskalation für weniger wahrscheinlich als 2011 bis 2015, die fiskalischen Herausforderungen Frankreichs aber für größer.
Andere Meinungen
TASS führt den Euro-Rückgang unter Berufung auf Bloomberg auch auf ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen und Ölpreissorgen zurück, was der Guardian nicht erwähnt.