SymbolbildFrankreich verhängt lokale Ausgangssperren nach Krawallen, Unruhen erreichen Italien
Frankreich verhängte am Montag lokale Ausgangssperren und Demonstrationsverbote nach Krawallen mit über 2.000 Festnahmen. Macron behielt seinen Innenminister, ähnliche Zusammenstöße gab es in Mailand.
Nach einem Krisentreffen am Montag, dem 19. Oktober, wies Premierminister Sébastien Lecornu die Präfekten an, für den Abend „teilweise“ und „sehr lokal begrenzte“ Ausgangssperren zu verhängen, und kündigte an, notfalls den Ausnahmezustand auszurufen. Die Pariser Polizei setzte in einigen Vierteln eine Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr an, Marseille verbot Versammlungen von 12 bis 20 Uhr. Die Maßnahmen folgen auf die Krawalle vom Samstag bei den Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten, bei denen Plünderer Hunderte Geschäfte heimsuchten und Randalierer das Rathaus von Limoges in Brand setzten. Nach Angaben des Innenministeriums wurden über 600 Beamte verletzt und mehr als 2.000 Menschen festgenommen. Dass es am Samstag keine Todesopfer gab, nannte Lecornu „ein Wunder“.
Macron hält an Innenminister fest
Macron lehnte das Rücktrittsgesuch von Innenminister Laurent Nuñez ab, weil die Sicherheitskräfte durchgängig geführt werden müssten, und beauftragte ihn zu klären, welche Versäumnisse bei Vorausschau und Informationsbeschaffung zu den Krawallen führten. Der sozialistische Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire sagte, die Polizei habe die Zahl der Randalierer unterschätzt, und stellte Taktiken infrage, die friedliche Demonstranten blockierten.
Zusammenstöße in Mailand
Die Mailänder Polizei nahm am Sonntag 271 Jugendliche in Gewahrsam und nahm 32 fest, so die Jerusalem Post; die FAZ zählt 160 Festnahmen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni berief eine Sicherheitssitzung ein und warf der linken Opposition vor, die Gewalt nicht deutlich genug zu verurteilen.