SymbolbildIsrael stoppt kommerzielle Lieferungen nach Gaza, UNICEF warnt vor brüchigen Fortschritten bei Mangelernährung
Israel hat die kommerziellen Lieferungen nach Gaza den zweiten Tag in Folge gestoppt und verweist auf einen Streit zwischen Händlern und der Hamas. UNICEF warnte am Freitag, die Fortschritte gegen Mangelernährung könnten verloren gehen.
COGAT, die israelische Militärbehörde für Gaza-Angelegenheiten, gab die Aussetzung am Mittwoch, 14. Oktober, bekannt. Händler hätten die Koordinierung von Lieferungen wegen Steuern und Drohungen der Hamas eingestellt. Die Hamas nannte das haltlos, und Nahed Sheheiber, Chef des privaten Transportverbands in Gaza, machte israelische Beschränkungen für den Stopp verantwortlich. Laut AP, die sich auf COGAT-Daten beruft, bringen private Händler Frischwaren wie Obst und Fleisch ins Gebiet, die Hilfsorganisationen kaum liefern.
UNICEF sieht brüchigen Fortschritt
UNICEF-Sprecher Ricardo Pires sagte vor Journalisten in Genf, kommerzielle und humanitäre Lieferungen müssten verlässlich und ununterbrochen fließen. Ein neuer UNICEF-Bericht besagt, die Raten akuter Mangelernährung seien gesunken, doch nur eines von drei Kindern unter zwei Jahren erreiche die minimale Ernährungsvielfalt, und eines von acht unter fünf Jahren leide an chronischer Mangelernährung.
Winter und Hungerzahlen
Laut UNICEF leben rund 800.000 vertriebene Kinder meist in Zelten oder unsicheren Gebäuden, und Al Jazeera berichtet von einer UN-Warnung, dass fast eine Million Vertriebene von Überschwemmungen bedroht sind. Das Gesundheitsministerium in Gaza meldet 466 Tote durch Mangelernährung seit 2024 und rechnet bis Ende 2026 mit 1,4 Millionen Menschen, 67 Prozent der Bevölkerung, in einer Ernährungskrise oder Schlimmerem.
Andere Meinungen
Die Jerusalem Post stellt Israels Darstellung eines Steuerstreits an den Anfang, Al Jazeera betont die „katastrophalen“ Zahlen des Gesundheitsministeriums und setzt „Waffenruhe“ in Anführungszeichen.