SymbolbildRussland hebt Diesel-Exportverbot nach Trump-Putin-Deal auf, Europa hält an Sanktionen fest
Deutschland, die EU und Australien erklären, nach dem Trump-Putin-Deal kein russisches Diesel zu kaufen. Analysten erwarten kaum Auswirkungen auf die Preise.
Trump verkündete am Freitag, 9. Oktober, nach einem Telefonat mit Putin, Russland werde sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel an die USA und den Weltmarkt liefern, weitere Mengen folgten im November und danach. Der Kreml bestätigte den Deal, die USA heben russische Diesel-Sanktionen vorübergehend auf. Russland lockerte daraufhin sein Exportverbot teilweise und mit sofortiger Wirkung, zunächst für 500.000 Tonnen, berichtete TASS unter Berufung auf die Regierung. Moskau hatte das Verbot erlassen, nachdem ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien im eigenen Land zu Engpässen geführt hatten.
Europa hält an Sanktionen fest
Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, Berlin halte an den Sanktionen fest, und das Wirtschaftsministerium teilte mit, Deutschland beziehe seit 2023 keine russischen Ölprodukte. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, die Aussetzung verschaffe Moskau zusätzliche Einnahmen, und kündigte ein 22. Sanktionspaket an. Australiens Energieminister Chris Bowen sagte: „Wir brauchen und wollen kein russisches Benzin.“
Kiew protestiert
Selenskyj sagte Axios, der Deal sei „nicht fair und nicht ehrlich“. Er ärgerte sich darüber, dass die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Miami mit ukrainischen Unterhändlern sprachen, während der Deal geschlossen wurde, ohne ihn zu erwähnen.
Kaum Preiseffekt
IW-Ökonomin Samina Sultan erwartet keine signifikante Änderung der Weltmarktpreise, da die sofortige Menge zu klein sei. Nach Rechnung der FAZ entspricht sie dem US-Verbrauch von rund 14 Stunden. Laut Tankerkönig zeigten die deutschen Spritpreise bis Samstagmittag keine größeren Ausschläge.