SymbolbildBundesbank-Vertreter warnt vor steigenden Schuldenrisiken in der Eurozone, französische Renditen bleiben hoch
Ein Bundesbank-Vertreter sagt, die Risiken einer Schuldenkrise in der Eurozone seien stark gestiegen, berichtet Bloomberg. Im Fokus steht Frankreich, während die globalen Anleiherenditen hoch bleiben.
Die französischen Zehnjahresrenditen lagen am Freitag, 9. Oktober, bei 4,83 Prozent, so der frühere IWF-Mitarbeiter Desmond Lachman in Le Monde. Laut Guardian hatten sie in der Woche zuvor den höchsten Stand seit Juli 2002 erreicht, knapp unter 5 Prozent. Das Wall Street Journal berichtet, die globalen Renditen seien am Freitag nach wochenlangen Verkäufen gesunken. Kommentare im Guardian und in Le Monde beschreiben Frankreich als größte Sorge unter den hoch verschuldeten westlichen Volkswirtschaften.
Unternehmensanleihen unter Staatsrenditen
Handelsblatt berichtet unter Berufung auf Bloomberg-Daten, dass französische Unternehmensanleihen im Wert von 215 Milliarden Euro inzwischen geringere Renditen abwerfen als französische Staatsanleihen, 18-mal mehr als zu Jahresbeginn. Denis Ertungealp von der Bank of America nennt die Umkehrung eines der größten Themen im Moment.
Schwache Staatsfinanzen
Der Guardian beziffert Frankreichs Schuldenquote 2025 auf 115,6 Prozent des BIP und das Defizit auf 5,1 Prozent. In einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Medef zeigten sich 82 Prozent der Unternehmen pessimistisch über die Wirtschaftspolitik der nächsten Regierung.
Wer fängt Frankreich auf?
Der Ökonom Anton Brender argumentiert in Le Monde, Donald Trumps Politik treibe die Zinsen weltweit nach oben, und die Euro-Staaten sowie die EZB sollten zusammenstehen. Lachman warnt Frankreich davor, sich auf das Sicherheitsnetz der EZB zu verlassen, und der Guardian merkt an, dass EZB-Regeln Hilfen an strenge Auflagen knüpfen.