SymbolbildEuro fällt auf 17-Monats-Tief, Sorgen um Frankreichs Schulden greifen um sich
Der Euro fiel am Montag auf den niedrigsten Stand zum Dollar seit Mai 2025. Die Sorge um Frankreichs Staatsfinanzen erfasst nun auch den Devisenmarkt.
Der Euro sank am Montag, dem 5. Oktober, auf 1,116 Dollar, berichtet das Handelsblatt. Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen sagte, die Sorgen hätten eine Währung erreicht, die von den Turbulenzen an den Anleihemärkten bislang weitgehend unberührt geblieben sei, und beschränkten sich nicht mehr auf Frankreich. Die Rendite französischer zehnjähriger Anleihen näherte sich am Freitag 5 Prozent und gab am Montag auf 4,86 Prozent nach, so die FT. Der Gouverneur der Banque de France, Emmanuel Moulin, warnte, Frankreich laufe ohne Gegensteuern Gefahr, „allmählich von steigenden Zinsen erdrosselt“ zu werden.
Haushaltsstreit in Paris
Die Regierung legte vergangene Woche einen Haushalt mit Kürzungen und Steuererhöhungen von 43 Milliarden Euro vor, um ein auf 5,4 Prozent prognostiziertes Defizit zu senken. Ohne Parlamentsmehrheit stößt sie laut FT auf Widerstand gegen das Ende der inflationsbedingten Rentenanpassung und das teilweise Einfrieren der Beamtengehälter.
US-Renditen über 5 Prozent
Laut FT stiegen die Renditen zehnjähriger US-Anleihen von rund 4 Prozent Ende Februar auf über 5,2 Prozent, da der Iran-Krieg, eine starke US-Wirtschaft und hohe Schuldenemissionen die Inflationsängste nähren.
Zentralbanken vor Weichenstellung
Die EZB hat die Zinsen in den vergangenen Monaten zweimal angehoben, die Fed im September einmal; beide entscheiden Ende Oktober erneut. Moulin sagte, es sei nicht die Zeit, über die EZB zu sprechen, und höhere langfristige Zinsen könnten den Handlungsbedarf der Zentralbanken verringern.