SymbolbildLuftangriffe im Norden Äthiopiens halten an, Addis Abeba bricht Beziehungen zu Eritrea ab
Bundestruppen halten Mekelle, doch Luftangriffe und Artilleriefeuer im Norden gehen weiter. Äthiopien hat die Beziehungen zu Eritrea abgebrochen, und Ägypten, Sudan, Eritrea und Somalia deuten ein neues Bündnis an.
Die Tigray Peace Forces, eine mit der Regierung verbündete Miliz, nahmen Mekelle am Wochenende ein, nachdem die TPLF einen vorübergehenden Rückzug erklärt hatte; die Bundestruppen folgten. Reuters berichtet unter Berufung auf Hilfsquellen, seither seien Luftangriffe und Artilleriefeuer im Norden niedergegangen, und das Wall Street Journal meldet Drohnenangriffe auf Addis Abeba. TPLF-Chef Debretsion Gebremichael erklärte, die Bewegung werde keine festen Stellungen halten, und Le Monde merkt an, die Bundestruppen kontrollierten nur einen Teil Tigrays. Die Banken in Mekelle öffneten am Montag, 5. Oktober, wieder, jedoch ohne Bargeld, so Le Monde.
Beziehungen zu Eritrea gekappt
Äthiopien ordnete die Schließung seiner Botschaft in Eritrea an und erklärte zehn eritreische Diplomaten zu unerwünschten Personen, woraufhin Eritrea die Beziehungen abbrach, berichtet The National. Addis Abeba wirft Eritrea, Ägypten und dem Sudan vor, die Rebellen zu unterstützen; alle drei bestreiten das. Nach seiner Wiederwahl durch das Parlament am Montag sagte Abiy Ahmed, Äthiopien brauche Zugang zum Roten Meer und wolle ihn friedlich erreichen.
Bündnis in Alamein angedeutet
Die Staatschefs Ägyptens, des Sudan, Eritreas und Somalias trafen sich am Sonntag, 4. Oktober, in der ägyptischen Stadt Alamein. Ihre gemeinsame Erklärung nannte Äthiopien nicht, lehnte aber einseitige Maßnahmen zulasten der Nil-Unterlieger ab und erklärte die Verwaltung des Roten Meeres zur Sache der Anrainerstaaten. Ägyptens Außenminister sagte Reuters, Kairo sei "nicht Partei der inneren Krise" Äthiopiens.