SymbolbildPanzer schlagen Schneisen, während Waldbrände Westeuropa erfassen
Hunderte Feuerwehrleute und Militärfahrzeuge kämpfen gegen den nach Einschätzung der Landesregierung größten Waldbrand Nordrhein-Westfalens. Der britische Premierminister nannte sein Land ein „Pulverfass“.
Das Feuer im Hürtgenwald brach am Donnerstag, 13. August, aus, die Ursache ist weiter unklar; im Morgengrauen des Folgetags evakuierte die Feuerwehr den Ort Gey mit seinen rund 2.000 Einwohnern. In der Nacht wurde der Personaleinsatz am Boden nahezu verdoppelt, zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlugen Schneisen rund um den Ort, sagte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen; der Einsatz ist bis Montag geplant. Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen bezifferte die Brandfläche auf 200 bis 300 Hektar. Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden erschwert die Arbeiten.
Britannien bestellt Löschflugzeuge
Premierminister Andy Burnham zählte bei einem Besuch im Brandort Stourbridge bei Birmingham am Freitag 37 Feuer, bestellte Canadair-Löschflugzeuge und verbot Einweggrills; das Feuer vom Donnerstag zerstörte dort 19 Häuser. Le Monde berichtet, 71,3 Prozent Englands seien von Dürre betroffen.
Zwei Entgleisungen in 24 Stunden
Network Rail sprach von „außergewöhnlichen Herausforderungen“ durch die fünfte Hitzewelle des Sommers, nachdem am Donnerstag bei Lewes Wagen eines Southern-Zuges entgleist waren und zwei Menschen schwer verletzt wurden und am Freitag in Wickford ein Zug von Greater Anglia ohne Verletzte entgleiste.
Andere Meinungen
Le Monde verknüpft die Brände in Großbritannien mit den anstehenden Entscheidungen über Bohrungen in der Nordsee; ein Kommentar der konservativen FAZ sieht den praktischen Hitzeschutz, nicht die Klimaziele, vernachlässigt.