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Die Lage · Ausgabe 13

Montag, 13. Juli 2026

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran erreicht eine neue Stufe: Das US-Militär flog die dritte Angriffsnacht in Folge gegen iranische Ziele, während die Revolutionsgarden mit Raketen auf US-Stützpunkte in der Region antworteten. Präsident Trump drohte offen mit der Zerstörung unterirdischer Atomanlagen und verhängte zugleich eine Seeblockade sowie eine 20-Prozent-Gebühr auf alle Fracht durch die Straße von Hormus, ab Dienstag durchgesetzt. Washington und Teheran sind damit faktisch in einen offenen Krieg zurückgekehrt.

Parallel dazu zeigte die Koalition der Willigen bei der Bastille-Day-Parade in Paris Geschlossenheit für die Ukraine, während Russland Kiew und weitere Städte erneut mit Raketen angriff. In Ungarn stimmte das Parlament für die Absetzung des Orbán-treuen Präsidenten Sulyok, und nach dem Tod des Senators Lindsey Graham rückte dessen Schwester Darline Graham Nordone in den US-Senat nach. Washington eröffnete zudem eine Kampagne gegen den Internationalen Strafgerichtshof, während ein zweiter Toter bei einem ICE-Einsatz Mexiko zu einer Forderung nach Strafverfahren in den USA veranlasste. In Israel erleichterte die Knesset Ultraorthodoxen die Wehrdienstverweigerung, was die Gesellschaft mitten im Krieg spaltet, während in Berlin ein Koalitionsstreit über Israels Siedlungspolitik aufflammte und Serbiens Präsident Vučić für eine Gruppenaufnahme des Westbalkans in die EU warb.

Wirtschaftlich trieb die Eskalation den Ölpreis auf ein Monatshoch und belastete die Börsen, während Chinas Außenhandel im ersten Halbjahr um fast 17 Prozent kräftig zulegte, getragen vom KI-Boom.

In der Technologiebranche sagte SoftBank-Gründer Masayoshi Son einen jährlichen KI-Kapitalbedarf von fünf Billionen Dollar bis 2040 voraus, während TSMC auf ein weiteres Rekordquartal zusteuert und zugleich ein Schwarzmarkt für verbotene KI-Chips nach China wächst.

Hormus-Iran-KriseEuropas WirtschaftUSANahostLieferketten-GeopolitikÖlmarkt

Top-Thema des Tages

Geopolitik
Symbolbild

USA fliegen dritte Nacht Angriffe auf Iran, Teheran schlägt zurück

Hormus-Iran-KriseNahost

Das US-Militär hat in der Nacht die dritte Angriffswelle in Folge gegen iranische Ziele geflogen, während die Revolutionsgarden mit Raketen auf Stützpunkte in der Region antworteten. Trump drohte offen mit der Zerstörung unterirdischer Atomanlagen. Washington und Teheran sind faktisch in einen offenen Krieg zurückgekehrt.+ mehr Blickwinkel

Nach Angaben des US Central Command begann die Attacke gegen 22:45 mitteleuropäischer Zeit und traf militärische Ziele an mehreren Orten im Iran; über 50.000 US-Soldaten sind in der Region stationiert. Der Iran feuerte Raketen auf eine US-Luftwaffenbasis in Jordanien, dessen Militär vier Geschosse abfing, außerdem meldeten Bahrain und Saudi-Arabiens Abha-Flughafen Angriffe (Houthi-Vergeltung). Die westlichen Leitmedien (NYT, Zeit) schildern eine kontrollierte, aber rasch eskalierende Lage; die serbische Politika (staatsnah) und die katarische Al Jazeera betonen stärker die US-Aggression und Trumps Drohung gegen den Atomberg "Pickaxe Mountain". Die NYT berichtet zudem über eine gescheiterte israelische Operation, den Ex-Präsidenten Ahmadinedschad als Werkzeug eines Regimewechsels aufzubauen. Iranische Stimmen kommen in der Quellenlage kaum direkt zu Wort, das Bild bleibt westlich und golfarabisch dominiert. Unstrittig ist: Die kurze Waffenruhe ist beendet, die Front verläuft nun offen.

New York TimesDie ZeitAl JazeeraReuters

Geopolitik

Koalition der Willigen zeigt Einheit bei Bastille-Day-Parade in Paris

Europas RaketenabwehrEuropas VerteidigungUkraine-Krieg

Zur Feier des französischen Nationalfeiertags marschierten Soldaten und Kampfflugzeuge mehrerer Verbündeter der "Koalition der Willigen" durch Paris, als Zeichen der Unterstützung für die Ukraine. Macron kündigte gemeinsame Manöver in Nachbarländern der Ukraine an und will Kiew die Lizenzproduktion von SCALP-Marschflugkörpern erlauben. Der ukrainische Präsident Selenskyj war Ehrengast.+ mehr Blickwinkel

Rund 500 Soldaten aus Deutschland, Australien, Kanada, Rumänien, dem Vereinigten Königreich, Polen und der Ukraine nahmen laut Le Monde an der Parade teil. Macron kündigte gemeinsame Übungen der Koalition in Nachbarländern der Ukraine an und sagte zu, Kiew eine Lizenz zur eigenen Produktion französischer SCALP-Marschflugkörper zu erteilen sowie Kampfflugzeuge zu liefern (Meduza, Daily Maverick). Politico Europe betont die europäische Partnerschaft beim Aufbau einer eigenen Raketenabwehr ("nicht nur für die Ukraine"). Aus russischer Sicht spöttelt die serbische Politika, im Kreml heiße die Koalition der Willigen die "Koalition der Kriegstreiber". Auffällig: Serbiens Präsident Vučić war als erster serbischer Staatschef Gast der Parade, was Belgrad als geostrategische Anerkennung feiert. Die Quellen reichen von westlich-wohlwollend bis russlandnah-abwertend.

Le MondeAssociated PressPolitico EuropeDie Welt

Russland greift Kiew und weitere Städte erneut mit Raketen an

RusslandUkraine-Krieg

Russische Truppen haben Kiew und andere ukrainische Städte in der Nacht mit einer Serie von Raketenangriffen überzogen. Behörden meldeten Brände in mehreren Stadtteilen, Moskau spricht von Angriffen auf Rüstungsfabriken. Parallel wirft der Kreml Kiew eine "beispiellose" Kampagne gegen zivile Schiffe im Asowschen Meer vor.+ mehr Blickwinkel

Die Süddeutsche Zeitung meldet Brände in mehreren Kiewer Stadtteilen, darunter eine brennende Lagerhalle; über Opfer lag zunächst nichts vor. Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut Politika (staatsnah), man habe gezielt Militärfabriken in Kiew getroffen. Moskau meldet zudem, zwei Matrosen seien bei ukrainischen Angriffen auf Schiffe im Asowschen Meer getötet worden, und spricht von einer "beispiellosen" ukrainischen Kampagne gegen zivile Schiffe. Die Welt beleuchtet parallel den Einsatz zunehmend autonomer russischer KI-Drohnen, die eigenständig Ziele erkennen. Die Darstellungen der Kriegsparteien stehen sich unversöhnlich gegenüber: westliche/ukrainische Quellen betonen den Beschuss von Wohngebieten, russische die Zerstörung von Rüstungszielen und eigene zivile Opfer.

Süddeutsche ZeitungPolitikaDie Welt

Ungarns Parlament stimmt für Absetzung des Orbán-treuen Präsidenten

Europas WirtschaftUngarn-Machtkampf

Das ungarische Parlament hat eine Verfassungsänderung beschlossen, mit der Präsident Sulyok, ein Vertrauter des früheren Premiers Orbán, abgesetzt werden kann. Ministerpräsident Péter Magyar verteidigte den außergewöhnlichen Schritt. Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Vorgehen.+ mehr Blickwinkel

Al Jazeera und die NYT berichten, das Parlament habe eine Änderung verabschiedet, die die Amtsenthebung des unter Orbán ernannten Präsidenten Sulyok ermöglicht. Regierungschef Péter Magyar, der Orbán abgelöst hatte, verteidigte den Vorgang als notwendigen Bruch mit dem alten Machtapparat. Kritiker, darunter Menschenrechtsgruppen, werten die Aktion als problematischen Eingriff in die Gewaltenteilung. Die Quellen (Golf-staatsnah und US-linksliberal) berichten überwiegend nüchtern-faktisch; eine dezidiert Orbán-freundliche Gegenstimme fehlt in der Auswahl, was die Lage etwas einseitig als "Aufräumen" erscheinen lässt.

Al JazeeraNew York Times

Nach Tod von Lindsey Graham: Schwester rückt in den Senat nach

Tod Lindsey GrahamsUSA

Nach dem plötzlichen Tod des republikanischen Senators Lindsey Graham übernimmt seine Schwester Darline Graham Nordone dessen Sitz bis zum Ende der Amtszeit. Trump wies Spekulationen über eine russische Verwicklung in Grahams Tod zurück. Der Fall befeuert die Debatte über das Alter und die Gesundheitstransparenz von US-Politikern.+ mehr Blickwinkel

Die Süddeutsche Zeitung meldet, Darline Graham Nordone übernehme den Sitz ihres verstorbenen Bruders bis zum Ende der Amtsperiode. Die AP nutzt den Fall für eine Debatte über alternde Spitzenpolitiker und mangelnde Gesundheitstransparenz. Die russlandnahe Politika hebt hervor, Trump habe Verdächtigungen einer russischen Beteiligung am Tod des prominenten Russland-Gegners ausdrücklich zurückgewiesen. Politico Europe beleuchtet die außenpolitische Lücke, die Graham als lautstarker Befürworter von Iran-Angriffen und enger Israel-Verbündeter in Washington hinterlässt. Die Quellen decken US-, deutsche und russlandnahe Perspektiven ab.

Süddeutsche ZeitungAssociated PressPolitico EuropePolitika

USA starten Kampagne gegen den Internationalen Strafgerichtshof

Trump und die JustizUSA

Die US-Regierung geht mit einer Kampagne gegen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor. Außenminister Rubio wirft dem Tribunal vor, sich in US-Militär- und Strafverfolgungsangelegenheiten einzumischen. Das Außenministerium will keine diplomatischen Optionen ausschließen.+ mehr Blickwinkel

Das Handelsblatt berichtet, das US-Außenministerium prüfe offen Druckmittel gegen den IStGH und wolle keine diplomatischen Optionen ausschließen. Der Guardian (linksliberal) zeichnet Rubios Vorstoß als Versuch, das globale Tribunal zu "zerschlagen", weil es angeblich in US-Militär- und Strafverfolgungsoperationen eingreife. Der Schritt fügt sich in Trumps breiteren Konflikt mit internationalen Institutionen und in seinen Druck auf die Presse (NYT-Subpoenas) ein. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die regelbasierte Ordnung; Befürworter im Trump-Lager werten den IStGH als Bedrohung der US-Souveränität. Die Quellenlage ist überwiegend kritisch gegenüber Washington.

HandelsblattThe Guardian

Zweiter Toter bei ICE-Einsatz: Mexiko fordert Strafverfahren in den USA

US-MigrationspolitikUSA

Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Maine wurde ein 26-jähriger Kolumbianer erschossen, der zweite tödliche Vorfall binnen einer Woche. Mexikos Präsidentin Sheinbaum kündigte an, in den USA formell Strafverfahren zum Tod mexikanischer Bürger zu beantragen. Die Fälle verschärfen die Kritik an Trumps harter Migrationspolitik.+ mehr Blickwinkel

Le Monde und die BBC berichten, Joan Sebastian Guerrero, ein 26-jähriger Kolumbianer, sei am Montag in Biddeford in Maine von einem ICE-Agenten in seinem Auto erschossen worden, offenbar nach einer Verwechslung. Es ist der zweite Tote binnen einer Woche, nachdem zuvor in Houston ein Migrant getötet wurde. Al Jazeera meldet, Mexikos Präsidentin Sheinbaum wolle in US-Gerichten formell Strafverfahren wegen der Tode mexikanischer Staatsbürger bei Einwanderungseinsätzen beantragen. Die konservative Welt berichtet nüchtern über den Vorfall, während linksliberale Quellen (Le Monde, SZ) die Eskalation der ICE-Gewalt betonen. Die Perspektive der US-Regierung bleibt in der Auswahl dünn.

Le MondeBBC NewsAl JazeeraDie Welt

Israels Parlament erleichtert Ultraorthodoxen die Wehrdienstverweigerung

Israels InnenpolitikNahost

Die Knesset hat ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das es ultraorthodoxen Juden erleichtert, den Militärdienst zu verweigern. Kritiker sehen darin einen Affront gegen die kämpfende Truppe. Die Debatte spaltet die israelische Gesellschaft mitten im Krieg.+ mehr Blickwinkel

Der Deutschlandfunk berichtet, das israelische Parlament habe ein Gesetz beschlossen, das Haredim den Wehrdienst erleichtert. Die linksliberale Haaretz kommentiert scharf: Das "Torastudium-Gesetz spuckt den Soldaten ins Gesicht", und wirft den Ultraorthodoxen vor, säkulare Tel Aviver für die Flagge sterben zu lassen, während sie selbst in der Jeschiwa blieben. Die Quellenlage ist hier bewusst israelisch-innenpolitisch und deutlich kritisch gegenüber dem Gesetz; eine ausführliche Verteidigung aus dem religiösen Lager fehlt, sodass das Bild einseitig zulasten der Haredim ausfällt. Der Streit trifft Israel in einer Phase, in der die Wehrpflicht durch den anhaltenden Kriegszustand ohnehin belastet ist.

DeutschlandfunkHaaretz

Streit in Berliner Koalition über Israels Siedlungspolitik

Europas WirtschaftIsraels Siedlungspolitik

SPD-Außenpolitiker gehen auf Distanz zu CDU-Außenminister Wadephul, der EU-Sanktionen wegen Israels Siedlungspolitik ablehnt. Bei den EU-Beratungen über Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler blockiert Deutschland. Der Konflikt belastet die Nahost-Linie der Bundesregierung.+ mehr Blickwinkel

Der Spiegel und die Zeit berichten, SPD-Außenpolitiker kritisierten Außenminister Johann Wadephul (CDU) für dessen Haltung bei den EU-Beratungen. Die EU-Außenminister berieten über Sanktionen gegen israelische Siedler und den Handel mit Waren aus illegalen Siedlungen; Deutschland lehnt solche Schritte ab. Die SPD-Politiker widersprechen offen und fordern Konsequenzen gegenüber der israelischen Siedlungspolitik. Die Quellen sind deutsch und linksliberal bis liberal (Spiegel, Zeit, Welt), sie zeichnen vor allem den koalitionsinternen Riss nach; die Regierungsbegründung Wadephuls kommt nur knapp vor. Der Streit zeigt die wachsende Spannung zwischen deutscher Israel-Solidarität und dem europäischen Sanktionsdruck.

Der SpiegelDie ZeitDie Welt

Vučić wirbt für Gruppenaufnahme des Westbalkans in die EU

Europas WirtschaftWestbalkan

Serbiens Präsident Vučić fordert die EU auf, die Staaten des westlichen Balkans gemeinsam als Gruppe aufzunehmen. Am selben Tag war er als erster serbischer Präsident Gast der Bastille-Day-Parade in Paris. Belgrad wertet die Einladung als geostrategische Anerkennung.+ mehr Blickwinkel

Die Financial Times berichtet, Vučić dränge die EU, die westlichen Balkanstaaten als Block aufzunehmen statt einzeln; im selben Newsletter warnt Spaniens Agrarminister, die EU tue zu wenig zum Schutz ihrer Bauern. Die serbische B92 (unabhängig) hebt hervor, dass Vučić als erster serbischer Staatschef an der Pariser Militärparade teilnahm, was Belgrad als geostrategische Anerkennung feiert. Die Quellenlage ist dünn und einseitig serbisch bzw. serbisch-freundlich; kritische Stimmen aus der EU oder von Nachbarstaaten zur Kosovo- und Rechtsstaatsfrage fehlen weitgehend, sodass der EU-Beitritt hier vor allem aus Belgrader Perspektive erscheint.

Financial TimesB92

Wirtschaft

Trump verhängt Seeblockade und 20-Prozent-Gebühr auf Hormus-Transit

Hormus-Iran-KriseLieferketten-GeopolitikÖlmarkt

Präsident Trump hat die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe wieder in Kraft gesetzt und eine Gebühr von 20 Prozent auf alle Waren verlangt, die die Straße von Hormus passieren. Die Maßnahme soll ab Dienstag durchgesetzt werden. Ökonomen warnen vor einer Verdopplung der Frachtkosten für Öl und Güter.+ mehr Blickwinkel

Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls passiert die Meerenge; die NYT rechnet vor, dass die 20-Prozent-Maut die Transportkosten verdoppeln könnte. Trump verknüpft die Blockade mit einer Forderung an die reichen Golfstaaten, für ihren Schutz vor iranischen Angriffen zu zahlen (Al Jazeera). Die Berliner Zeitung und die AP betonen die Folgen für Verbraucher: Benzin, Gas und Heizkosten dürften steigen, die Ölpreise legten bereits um rund neun Prozent zu. Kritiker sehen in der Gebühr eine völkerrechtlich fragwürdige Erhebung auf internationalen Gewässern; die AP fragt zudem, wie schwer es überhaupt ist, die Straße militärisch offen zu halten. Die Quellenlage ist breit (US, DE, Golf), gewichtet aber stark die Kosten- und Machtperspektive Washingtons; iranische Gegenargumente fehlen weitgehend.

New York TimesBerliner ZeitungAssociated PressAl Jazeera

Ölpreis auf Monatshoch, Börsen unter Druck durch Nahost-Eskalation

Hormus-Iran-KriseÖlmarktUS-Inflation

Der Brent-Ölpreis ist erstmals seit einem Monat über 85 Dollar gestiegen, getrieben von den Spannungen um die Straße von Hormus. An den Börsen belasteten enttäuschte Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende sowie ein Rückzug aus KI-Werten die Kurse. Anleger warten zugleich auf die US-Inflationsdaten und die Bankbilanzen.+ mehr Blickwinkel

Al Jazeera und Reuters melden Brent nahe 85 Dollar auf Monatshoch wegen der US-Iran-Kämpfe und der Blockadeankündigung. Die AP berichtet, dass die Ölpreise sprangen, während KI-getriebene asiatische Aktien nachgaben. Reuters verweist auf die anstehenden US-Verbraucherpreise: Fallende Benzinpreise dürften die Juni-Inflation gedämpft haben, doch der neu aufgeflammte Iran-Krieg könnte den Fortschritt zunichtemachen. Australische Ökonomen warnen laut Guardian, anhaltende Angriffe könnten Öl über 100 Dollar treiben und weitere Zinserhöhungen wahrscheinlicher machen. Die Quellen sind breit (Golf, US, UK) und einig in der Diagnose, dass Hormus der zentrale Preistreiber ist; strittig bleibt die Dauerhaftigkeit.

Al JazeeraReutersAssociated PressThe Guardian

Chinas Außenhandel wächst im ersten Halbjahr kräftig

Chinas WirtschaftLieferketten-Geopolitik

Chinas Außenhandel ist im ersten Halbjahr 2026 um 16,9 Prozent gewachsen und überstieg 25 Billionen Yuan, die Importe legten um 22 Prozent zu. Die Juni-Exporte sprangen um 27 Prozent, getrieben vom KI-Boom. Auch die Lieferungen nach Deutschland stiegen erneut deutlich.+ mehr Blickwinkel

Die staatlichen Global Times und Xinhua feiern das Halbjahresplus von 16,9 Prozent auf über 25 Billionen Yuan sowie einen Importzuwachs von 22 Prozent als Beleg für Chinas Öffnung und Nachfragestärke; für den 15. Fünfjahresplan kündigt Peking mehr Importe zur "ausgewogenen" Handelsentwicklung an. Die AP und das WSJ bestätigen den Sprung der Juni-Exporte um 27 Prozent, angetrieben von der KI-Nachfrage. Das Handelsblatt hebt hervor, dass Chinas Ausfuhren nach Deutschland erneut stark zulegten. Zugleich weist Global Times deutsche Kritik zurück: Kanzler Merz' Vorwurf einer unterbewerteten Währung sei "unilateraler Druck". Die Quellen spannen den Bogen von staatlich-optimistisch (CN) bis nüchtern (US/DE); Zweifel an der Nachhaltigkeit des Wachstums (schwache Binnennachfrage) bleiben in dieser Auswahl unterbelichtet.

Global TimesAssociated PressWall Street JournalHandelsblatt

Technologie

KI-Boom treibt Chip-Nachfrage: Son sagt Fünf-Billionen-Dollar-Bedarf voraus

Chip-ExportkontrollenKI-Boom

SoftBank-Gründer Masayoshi Son erklärte, künstliche Intelligenz werde bis 2040 jährlich fünf Billionen Dollar erfordern, und wies Warnungen vor einer Blase zurück. TSMC steuert dank KI-Nachfrage auf das fünfte Rekordquartal in Folge zu, Südkorea hob wegen Samsung und SK Hynix seine Wachstumsprognose an. Zugleich wächst ein Schwarzmarkt für verbotene KI-Chips nach China.+ mehr Blickwinkel

Reuters und die Financial Times berichten, Son habe Kritiker der KI-Technologie verspottet ("nach oben spucken") und beziffere den KI-Kapitalbedarf ab 2040 auf fünf Billionen Dollar pro Jahr; er sieht die Kernfusion als Schlüssel für die KI-Zukunft. TSMC dürfte laut Reuters das fünfte Rekordquartal in Folge liefern, und Südkorea hob laut Handelsblatt seine Wachstumsprognose deutlich an, gestützt auf die Speicherchip-Riesen Samsung und SK Hynix. Zugleich beleuchtet eine FT-Reportage den blühenden Schwarzmarkt, über den fortschrittliche KI-Halbleiter trotz US-Exportkontrollen nach China gelangen. Die Quellen sind überwiegend wirtschaftsliberal und teilen die Wachstumseuphorie; mahnende Stimmen zur Blasengefahr kommen fast nur als Zielscheibe von Sons Spott vor, was das Bild optimistisch verzerrt.

ReutersFinancial TimesReutersHandelsblatt