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Erzählfaden · 3 Ereignisse · Prognose-Treffer 1/2

Nahost

Symbolbild

In Gaza gilt seit November 2025 ein Waffenstillstand, nachdem der UN-Sicherheitsrat mit Resolution 2803 den von den USA vermittelten „Umfassenden Plan zur Beendigung des Gaza-Konflikts" gebilligt hatte und alle Geiseln freikamen; dennoch kommt es weiterhin zu Gewalt, und die humanitäre Lage bleibt schwierig. Verhandlungen im Juni 2026 in Ägypten über die Entwaffnung der Hamas, den israelischen Truppenabzug und eine Nachkriegsordnung blieben ergebnislos, da beide Seiten an unvereinbaren Positionen festhalten. Parallel dazu unterzeichneten die USA und der Iran am 17. Juni das Islamabad-Memorandum zur Beendigung des seit Ende Februar laufenden Kriegs, das unter anderem eine 60-tägige Verhandlungsfrist zum iranischen Atomprogramm vorsah; erste Gespräche dazu fanden am 21. Juni in der Schweiz statt, wurden aber von neuen wechselseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran überschattet. In Libanon sorgte eine Anfang Juni in Washington ausgehandelte Waffenruhe für einen Rückgang der Gewalt um rund 35 Prozent. Mitte Juli 2026 bleibt die Region trotz mehrerer Abkommen von anhaltender Unsicherheit geprägt, nachdem US-Präsident Trump die Iran-Waffenruhe nach neuen Angriffen für beendet erklärt hatte.

ACLEDSecurity Council ReportJerusalem Post

Verlauf im Detail

Mittwoch, 15. Juli 2026Geopolitik

US-Iran-Krieg eskaliert: Neue Angriffswellen, Seeblockade und Drohung gegen Irans Infrastruktur

Das US-Militär hat erneut Ziele im Iran angegriffen und die Seeblockade iranischer Häfen mit über 20 Kriegsschiffen wieder in Kraft gesetzt; die Revolutionsgarden beschossen US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien. Präsident Trump droht, als Nächstes Kraftwerke und Brücken zu treffen, und erklärt, die Angriffe gingen weiter, „bis ich sage, es reicht“. Der von Washington vermittelte Waffenstillstand ist damit endgültig zusammengebrochen.

In der Nacht flog das US-Zentralkommando nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle gegen Raketen-, Drohnen- und Abwehrstellungen im Iran, während Teheran mit Schlägen auf US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien antwortete; bei einem Treffer auf ein kuwaitisches Marineschiff wurden vier Soldaten verletzt. Über den nackten Ablauf sind sich die Lager einig, westliche wie staatsnahe Medien melden gleichermaßen neue Schläge und Gegenschläge. Bei der Deutung gehen sie auseinander: Die New York Times und die Financial Times beschreiben einen Präsidenten, der einen Gegner gefunden hat, den er nicht zum Einlenken zwingen kann und dem eine Strategie fehlt, während FAZ und Zeit vor allem Trumps Drohung gegen Kraftwerke und Brücken als Angriff auf die Zivilinfrastruktur in den Vordergrund rücken. Das katarische Al Jazeera zitiert Trumps Ansage, die Angriffe gingen weiter, „bis ich sage, es reicht“, und rahmt die Blockade als völkerrechtlich fragwürdigen Druck; die serbische Politika meldet nüchtern die CENTCOM-Bestätigung und den Treffer auf das kuwaitische Schiff. Iran erklärte über Vizeaußenminister Garibabadi das Verständigungsmemorandum mit den USA für nichtig, ein Signal, dass der diplomatische Kanal vorerst tot ist. Die Zeit fragt bereits, ob der Iran zum „Failed State“ werde, was ihn zugleich schwach und gefährlich mache. Einig sind sich Beobachter aller Lager, dass ein Ende nicht in Sicht ist und die eigentliche Machtfrage, die Kontrolle über die Straße von Hormus, ungelöst bleibt.

FAZNew York TimesFinancial TimesAl JazeeraPolitika

Montag, 13. Juli 2026GeopolitikIsraels Parlament erleichtert Ultraorthodoxen die Wehrdienstverweigerung

Israels Parlament erleichtert Ultraorthodoxen die Wehrdienstverweigerung

Die Knesset hat ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das es ultraorthodoxen Juden erleichtert, den Militärdienst zu verweigern. Kritiker sehen darin einen Affront gegen die kämpfende Truppe. Die Debatte spaltet die israelische Gesellschaft mitten im Krieg.

Der Deutschlandfunk berichtet, das israelische Parlament habe ein Gesetz beschlossen, das Haredim den Wehrdienst erleichtert. Die linksliberale Haaretz kommentiert scharf: Das "Torastudium-Gesetz spuckt den Soldaten ins Gesicht", und wirft den Ultraorthodoxen vor, säkulare Tel Aviver für die Flagge sterben zu lassen, während sie selbst in der Jeschiwa blieben. Die Quellenlage ist hier bewusst israelisch-innenpolitisch und deutlich kritisch gegenüber dem Gesetz; eine ausführliche Verteidigung aus dem religiösen Lager fehlt, sodass das Bild einseitig zulasten der Haredim ausfällt. Der Streit trifft Israel in einer Phase, in der die Wehrpflicht durch den anhaltenden Kriegszustand ohnehin belastet ist.

DeutschlandfunkHaaretz

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Das Gesetz tritt in Kraft und vertieft die gesellschaftliche Spaltung, ohne die Regierungskoalition unmittelbar zu sprengen.

  • Schlimmstenfalls20%

    Der Konflikt eskaliert zu Massenprotesten und einer Regierungskrise mitten im Krieg.

  • Bestenfalls25%

    Gerichte oder politischer Druck erzwingen einen Kompromiss, der die Wehrlast gerechter verteilt.

Montag, 13. Juli 2026GeopolitikUSA fliegen dritte Nacht Angriffe auf Iran, Teheran schlägt zurück

USA fliegen dritte Nacht Angriffe auf Iran, Teheran schlägt zurück

Das US-Militär hat in der Nacht die dritte Angriffswelle in Folge gegen iranische Ziele geflogen, während die Revolutionsgarden mit Raketen auf Stützpunkte in der Region antworteten. Trump drohte offen mit der Zerstörung unterirdischer Atomanlagen. Washington und Teheran sind faktisch in einen offenen Krieg zurückgekehrt.

Nach Angaben des US Central Command begann die Attacke gegen 22:45 mitteleuropäischer Zeit und traf militärische Ziele an mehreren Orten im Iran; über 50.000 US-Soldaten sind in der Region stationiert. Der Iran feuerte Raketen auf eine US-Luftwaffenbasis in Jordanien, dessen Militär vier Geschosse abfing, außerdem meldeten Bahrain und Saudi-Arabiens Abha-Flughafen Angriffe (Houthi-Vergeltung). Die westlichen Leitmedien (NYT, Zeit) schildern eine kontrollierte, aber rasch eskalierende Lage; die serbische Politika (staatsnah) und die katarische Al Jazeera betonen stärker die US-Aggression und Trumps Drohung gegen den Atomberg "Pickaxe Mountain". Die NYT berichtet zudem über eine gescheiterte israelische Operation, den Ex-Präsidenten Ahmadinedschad als Werkzeug eines Regimewechsels aufzubauen. Iranische Stimmen kommen in der Quellenlage kaum direkt zu Wort, das Bild bleibt westlich und golfarabisch dominiert. Unstrittig ist: Die kurze Waffenruhe ist beendet, die Front verläuft nun offen.

New York TimesDie ZeitAl JazeeraReuters

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Der Schlagabtausch setzt sich mit weiteren nächtlichen Angriffen und Vergeltung fort, ohne dass eine Seite einen Großangriff auf Atomanlagen oder eine Bodenoffensive wagt.

  • Schlimmstenfalls15%

    Die USA greifen die unterirdischen Atomanlagen an, der Iran schließt die Straße von Hormus vollständig, und der Konflikt weitet sich zum regionalen Krieg mit Golfstaaten und Israel aus.

  • Bestenfalls25%

    Vermittlungsdruck aus London und den Golfstaaten führt binnen Tagen zu einer erneuten Feuerpause und Gesprächen über die Schifffahrt.