SymbolbildSaudi-Arabien meldet drei Tote am Flughafen Riad, UN-Gesandter sieht Jemen wieder im Krieg in vollem Umfang
Saudi-Arabien teilte am Freitag mit, dass bei zwei Huthi-Angriffen auf den Flughafen King Khalid in Riad am Vortag drei seiner Staatsbürger ums Leben kamen, darunter ein Pilot. Der UN-Gesandte für den Jemen sagte dem Sicherheitsrat, das Land sei in einen Krieg in vollem Umfang zurückgekehrt.
Die saudische Zivilluftfahrtbehörde erklärte, der erste Angriff am Donnerstag, 8. Oktober, habe Flughafenanlagen getroffen und der zweite ein Flugzeug von Saudia; mehrere Menschen verschiedener Nationalitäten seien verletzt worden. Saudia erklärte, die beschädigte Maschine habe keine Passagiere an Bord gehabt, und nannte laut Financial Times den Piloten Hamoud al-Kalthami als eines der Opfer. Die Huthis reklamierten die Angriffe mit Marschflugkörpern und ballistischen Raketen für sich und gaben an, auch den Flughafen Nadschran und den Luftwaffenstützpunkt Chamis Muschait ins Visier genommen zu haben; für Nadschran fehlt die saudische Bestätigung. Koalitionssprecher Turki al-Maliki sagte, drei Abschussrampen der Huthis seien zerstört worden, Angriffe auf Zivilisten würden eine entschiedene Antwort erhalten. Huthi-Vertreter und ihnen nahestehende Medien berichteten von saudischen Luftangriffen auf Sanaa in der Nacht.
Airlines setzen Flüge aus, EU weitet Warnung aus
Lufthansa, Air India und Singapore Airlines setzten Flüge nach Riad aus, ausländische Gesellschaften wie Qatar Airways, Turkish Airlines und Flydubai strichen Verbindungen, während saudische Fluggesellschaften am Freitag wieder flogen. Die EU-Flugsicherheitsagentur EASA empfahl Airlines, weitere Teile des saudischen Luftraums zu meiden, da die Angriffe gezeigt hätten, dass die Huthis tiefer im Landesinneren zuschlagen können und wollen. Die US-Botschaft in Jordanien gab zudem eine regionale Reisewarnung heraus.
UN-Gesandter: Krieg breitet sich an mehreren Fronten aus
Hans Grundberg sagte dem Sicherheitsrat am Freitag, der Jemen sei wieder in einen Krieg in vollem Umfang zurückgefallen, die Kämpfe weiteten sich auf mehrere Frontlinien aus, und Zivilisten trügen die Hauptlast. Er verurteilte die Huthi-Angriffe auf saudische zivile und Energieinfrastruktur, darunter die Flughäfen in Abha und Riad, und rief die Parteien zu neuen Gesprächen auf. Le Monde berichtet von mehr als 400 Toten im Jemen seit Beginn einer Offensive der Regierungstruppen am Montag und von mehr als 200.000 Vertriebenen laut Internationaler Organisation für Migration.