Erzählfaden · 1 Ereignis
Fifa-Verkauf von WM-Anteilen
Wo das Thema steht
Die Fifa hat einen Streit darüber entfacht, wem der kommerzielle Wert der Weltmeisterschaft gehört. Der Verband kündigte an, über eine private Investitionsgesellschaft Anteile von bis zu 20 Prozent an den kommerziellen Rechten der Weltmeisterschaft und ihrer anderen Turniere zu verkaufen – eine Struktur, mit der laut Fifa rund 20 Milliarden US-Dollar eingenommen werden sollen. Fifa-Präsident Gianni Infantino stellte den Schritt als Demokratisierung des Fußballs weltweit dar und beschrieb externes Kapital als einen Weg, die Erträge des Sports breiter zu verteilen.
Die Reaktion aus Europa fiel umgehend und feindselig aus. Die Uefa und andere europäische Fußballverbände warfen der Fifa vor, die Seele des Fußballs zu verkaufen, und erklärten, sie könnten rechtliche Schritte gegen den Plan einleiten. Bislang wurde noch nichts verkauft, und die Quellen nennen weder einen Zeitplan noch namentlich genannte Investoren noch Einzelheiten dazu, wie die Investitionsgesellschaft gesteuert würde. Die zentralen offenen Fragen sind daher, ob die Fifa unter diesen Bedingungen Käufer findet und ob der europäische Widerstand von Erklärungen zu Gerichtsverfahren eskaliert.
Die Fifa ist der Weltfußballverband und besitzt die kommerziellen Rechte an der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer, bei weitem dem wertvollsten Einzelbesitz des Sports, sowie an ihren anderen Turnieren. Diese Rechte, vor allem Übertragungs- und Sponsoringrechte, werden normalerweise zyklusweise an Medienunternehmen und Sponsoren verkauft, wobei die Fifa das Eigentum behält und die Einnahmen an ihre Mitgliedsverbände weiterverteilt. Der Verkauf von Kapitalanteilen an den Rechten selbst über eine Investitionsgesellschaft wäre eine Abkehr von diesem Modell und würde externen Investoren einen dauerhaften Anspruch auf künftige Einnahmen verschaffen. Die Uefa, der europäische Kontinentalverband, vertritt die Klubs, Ligen und Nationalverbände, die den Großteil der Weltklassespieler und einen erheblichen Teil des kommerziellen Werts des Sports stellen, und ist wiederholt mit der Fifa um die Kontrolle über Spielkalender und Einnahmen aneinandergeraten. Der hier angekündigte Streit stellt die Fifa-Führung gegen diese europäischen Verbände in der Frage, ob die Einnahmen der Weltmeisterschaft privatem Kapital geöffnet werden sollen.
Verlauf im Detail
Mittwoch, 29. Juli 2026 · WirtschaftFifa plant Verkauf von bis zu 20 Prozent der WM-Vermarktungsrechte
Die Fifa kündigte an, über eine private Investmentgesellschaft Anteile von bis zu 20 Prozent an den Vermarktungsrechten der Weltmeisterschaft und anderer Turniere zu verkaufen und dabei rund 20 Milliarden US-Dollar einzunehmen; Präsident Gianni Infantino bezeichnete den Plan als Demokratisierung des Fußballs weltweit. Die Uefa und europäische Fußballverbände warfen der Fifa vor, die Seele des Fußballs zu verkaufen, und kündigten mögliche rechtliche Schritte an.