SymbolbildUS-Geheimdienste sehen Russland hinter Drohnenbombe am Flughafen Leipzig
Die mit Sprengstoff bestückte Drohne vom Flughafen Leipzig/Halle stammt nach Einschätzung von US-Beamten aus Russland, wie US-Medien berichten. Berlin spricht von einer neuen Stufe der Gefährdung, nennt aber keinen Verantwortlichen.
Das Wall Street Journal zitiert US-Beamte, wonach die Drohne mit hoher Wahrscheinlichkeit der russischen Regierung gehört; CNN berichtete, Washington sei zu dem Schluss gekommen, sie stamme von einem russischen Geheimdienst, der Sprengstoff verweise auf einen militärischen Hersteller. Der mit Semtex bestückte Quadrocopter wurde in der Nacht von Dienstag, dem 4. August, neben einem ukrainischen Frachtflugzeug entdeckt, Stunden nachdem er die Sicherungen des Flughafens überwunden hatte, als ein Busfahrer ihn bemerkte und meldete. Die Bild berichtete, Ermittler hätten DNA-Spuren gefunden, die zu jenen des DHL-Paketbrandsatzes passen, der im Juli 2024 in Leipzig in Brand geriet.
Drohnenabwehreinheit wächst auf 300 Kräfte
Dobrindt wird die Bundespolizei anweisen, ihre seit Dezember 2025 bestehende Drohnenabwehreinheit auf 300 Kräfte an acht statt vier Standorten zu vergrößern, teilte das Innenministerium am Montag mit.
Druck auf neue Befugnisse
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte dem Deutschlandfunk, das Grundgesetz solle geändert werden, um Bundeswehreinsätze im Inneren gegen Drohnen zu ermöglichen. Am Mittwoch will das Kabinett eine Reform auf den Weg bringen, die die Befugnisse von BND und Verfassungsschutz ausweitet.
Andere Meinungen
Die deutschen Stellen vermeiden es, Moskau zu nennen, während US-Medien Geheimdienstbewertungen anführen, die auf einen russischen Dienst deuten; laut Guardian bestreitet Moskau jede Sabotagekampagne, seine Botschaft in Berlin wies die Vorwürfe Ende vergangener Woche zurück.