SymbolbildChinas Inflation kühlt ab, Handelslücke mit Deutschland wächst
In China haben sich im Juli sowohl die Produzenten- als auch die Verbraucherpreisinflation abgeschwächt, weil der Ölpreisschock des Iran-Krieges nachlässt. Die schwache Binnennachfrage lässt die Exporte als Wachstumsmotor zurück.
Die Produzentenpreise stiegen binnen eines Jahres um 3,5 Prozent, nach 4,1 Prozent im Juni und unter der Prognose von 3,8 Prozent, wie das Statistikamt am Sonntag mitteilte. Die jährliche Verbraucherpreisinflation fiel auf ein Sechsmonatstief von 0,5 Prozent. ANZ-Strategieexperte Zhaopeng Xing nannte niedrigere Ölpreise und eine schwächere Nachfrage als Gründe; die im Juli vom Politbüro zugesagten schnelleren Staatsausgaben werden erst mit Verzögerung wirken.
Deutschlands China-Defizit wächst
Die deutschen Ausfuhren nach China fielen im ersten Halbjahr um mehr als 12 Prozent auf knapp 37 Milliarden Euro, womit China nur noch der neuntgrößte Absatzmarkt für deutsche Waren ist, wie Germany Trade & Invest berichtete. Die Einfuhren stiegen um 8,9 Prozent, das Halbjahresdefizit wuchs von 40 auf rund 55 Milliarden Euro.
Rekordanteil chinesischer E-Autos in Europa
Chinesische Marken kamen in Westeuropa in den ersten fünf Monaten auf 14,2 Prozent der Verkäufe batterieelektrischer Autos, fast fünf Punkte mehr als ein Jahr zuvor, wie Schmidt Automotive Research ermittelte. Ein Viertel davon wurde in Großbritannien verkauft, das die EU-Zölle von bis zu 35,3 Prozent nicht übernommen hat. Matthias Schmidt erwartet, dass der Anteil seinen Höhepunkt erreicht hat, weil die Hersteller auf Plug-in-Hybride umschwenken, die EU-Zölle nicht erfassen.
Andere Meinungen
Die Global Times führt den Einbruch der deutschen Exporte auf Chinas industrielle Modernisierung zurück und weist das Narrativ vom 'China-Schock' zurück, das Reuters als 'China Shock 2.0' wieder aufgreift.