SymbolbildDrohnen über deutschem Militärstützpunkt nach Vorfall am Flughafen Leipzig
Über einem deutschen Militärstützpunkt wurden Drohnen gesichtet, Tage nachdem am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne gestoppt wurde. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nennt Deutschland ein tägliches Ziel hybrider Kriegsführung.
Reuters und Bloomberg berichteten am Samstag über die Sichtungen; Reuters datierte sie auf zwei Tage nach dem mutmaßlichen Angriff. In Leipzig/Halle brachte ein Mitarbeiter am späten Dienstagabend nahe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne zum Absturz, wie die FAZ berichtete; ein kurz darauf startendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
US-Behörden verweisen auf Moskau
US-Medien berichten, amerikanische Sicherheitsbehörden gingen davon aus, dass Russland hinter dem Anschlagsversuch steht: Das Wall Street Journal nannte die Drohne unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute Beamte wahrscheinlich Eigentum der russischen Regierung, CNN zitierte einen amerikanischen Verteidigungsbeamten, der auf einen russischen Geheimdienst verwies.
Wachposten und neues Forschungszentrum
Am Flughafen Leipzig/Halle steht inzwischen ein Wachposten. Dobrindt sagte der „Bild am Sonntag“, am 18. August entstehe am DLR-Testflughafen in Cochstedt in Sachsen-Anhalt eine Forschungseinrichtung für Drohnensicherheit.
Andere Meinungen
Worauf die US-Einschätzung beruht, blieb offen; die russische Botschaft in Berlin wies am Freitag jede Verantwortung zurück, während Dobrindt nur von hybriden Angriffen fremder Mächte spricht.