SymbolbildUS-Senat verabschiedet Sanktionsgesetz gegen Russland und Iran
Der US-Senat hat am Freitag den „Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026“ mit 86 zu 11 Stimmen verabschiedet. Er würde dem Präsidenten erlauben, Zölle von bis zu 100 Prozent auf große Abnehmer russischen Öls und Gases zu verhängen.
Was passiert ist
- Das Gesetz ist nach dem republikanischen Senator benannt, der am 11. Juli starb; eine demokratische Senatorin habe es mitverfasst, berichtet Politika.
- Senatoren lehnten einen Änderungsantrag ab, der dem Präsidenten die Befugnis entzogen hätte, Importeure russischer Energie mit Zöllen zu belegen, berichtet TASS.
- Der Text richtet sich gegen die russische Zentralbank, die Sberbank, die Gazprombank, Jamal LNG, die Arctic-LNG-Projekte und die Schattenflotte von Tankern.
- Der Iran-Abschnitt verlängert den Iran Sanctions Act von 1996 um fünf Jahre, mit einer Option auf eine präsidiale Ausnahmeregelung.
- Die Abstimmung im Repräsentantenhaus wird frühestens Anfang September erwartet; der Kongress ist bis zum 31. August in der Sommerpause. Trump billigte den Text am 29. Juli.
Der Blick von außen
Medien außerhalb der Konfliktparteien nennen unterschiedliche Ziele: Al Jazeera listet China und Indien unter mindestens fünf betroffenen Importeuren auf, The National fügt Japan und einige EU-Staaten hinzu, und The Hindu titelt mit Indien plus vier weiteren. The National merkt zudem an, dass das im Juni vereinbarte Memorandum zum Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran neue Sanktionen untersagt habe, während Teheran erklärt, Washington müsse dies zunächst einhalten.
Mögliche Folgen
- Zwei demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses bezeichnen die Zollbefugnisse als uneingeschränkt und die verabschiedete Fassung als inakzeptabel – ein Hinweis auf eine schwierigere Verabschiedung.
- Welche fünf Abnehmerländer und welche fünf mutmaßlichen Sanktionsumgeher betroffen wären, ist der Berichterstattung nicht zu entnehmen.
- Trump hat diese Woche wiederholt erklärt, ein Iran-Abkommen werde „bald“ kommen; der Text des Repräsentantenhauses könnte sich noch ändern.
- Bloomberg berichtet, das US-Finanzministerium habe separat iranische Kryptowährungsbörsen sanktioniert.
US Senate majority: Bipartisan senators say cutting Russia's energy cash flow will do more than the battlefield can and force Moscow to negotiate.
Russia: Moscow's embassy in Washington condemned the bill, arguing it will deepen an energy crisis and raise US gas prices before the midterms.
Ukraine: Kyiv calls strong American sanctions the most effective help available and thanks both parties for what it calls proof of US global leadership.
Iran: Tehran says Washington must better commit to the June ceasefire memorandum, one section of which stipulated no new sanctions.
Weiter beteiligt