SymbolbildTodeszahl in Ceuta nähert sich 100 – Marokko listet Dutzende Vermisste
Fast eine Woche nach dem Massenübertritt in die spanische Exklave Ceuta Ende Juli beziffern Behörden die Zahl der Todesopfer auf etwa 100. Bis zu 5.000 Menschen halten sich weiterhin in der Stadt auf, und Marokko führt rund 60 seiner Staatsbürger als vermisst.
Was passiert ist
- Zehntausende schwammen oder wateten Ende Juli nach Ceuta und überquerten damit eine der beiden Landgrenzen der EU zu Afrika.
- The Guardian zählt mehr als 70.000 Ankünfte, Ceutas Präsident sprach gegenüber EU-Abgeordneten von 80.000 Übertritten; nahezu alle wurden rasch zurückgeschickt.
- Ceutas Präsident informierte am Donnerstag, 6. August, europäische Abgeordnete in Brüssel und sprach von einem humanitären Notstand und Störungen der öffentlichen Ordnung.
- TASS berichtet unter Berufung auf The Maghreb Times von zunächst 43 als vermisst gemeldeten Personen, von denen drei später gefunden und 17 hinzugefügt wurden, sodass 57 Namen verbleiben.
Der Blick von außen
The Guardian rückt Washington in den Fokus: Ein Analyst der International Crisis Group sagt, es gebe genug Hinweise, um die These aufzustellen, Marokko stecke hinter dem Zustrom, betont aber, es habe keinen klaren Auslöser gegeben und dies lasse sich nicht belegen. Zudem wird angemerkt, dass Marokkos König diese Woche eine 1-Milliarden-Dollar-Autobahn entlang der Westsahara nach Donald Trump benannt hat; Russlands TASS berichtet lediglich über die Zahl der Vermissten.
Mögliche Folgen
- Was den Übertritt auslöste, bleibt ungeklärt; die vermutete Verbindung zu Rabats Beziehungen zu Washington wird als nicht belegbar dargestellt.
- Marokko erklärt, die Zahl der Vermissten könne noch steigen, und bittet Familien, offizielle Kanäle statt sozialer Medien zu nutzen.
- Ceutas Forderung nach sofortiger Ausweisung aller irregulär Eingereisten liegt nun bei den spanischen Zentralbehörden, deren Reaktion nicht bekannt ist.
Ceuta city government: Its conservative president calls the influx an invasion, says the city's security lies in Moroccan hands and demands immediate expulsion of all who crossed irregularly.
Morocco: Rabat is registering its missing citizens, warns the number may grow and directs relatives to official channels instead of social media.
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