SymbolbildEU-Minister unterstützen Spaniens Ceuta-Reaktion, während Zahl der Todesopfer steigt
Die Innenminister der EU führten am Dienstag Krisengespräche über den massenhaften Grenzübertritt nach Ceuta, Spaniens Exklave in Nordafrika, in der vergangenen Woche. Eine spanische Gerichtsmedizin-Kommission beziffert die Zahl der Todesopfer auf 77.
Was passiert ist
- Nach Angaben des spanischen Innenministeriums überquerten am Donnerstag, den 30. Juli, und am Folgetag rund 72.000 Menschen die Grenze von Marokko nach Ceuta.
- Beiträge auf TikTok, Instagram und Facebook stellten ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs zu Ankünften auf dem Seeweg als Grenzöffnung dar.
- Etwa 70.000 sind nach Marokko zurückgekehrt; der EU-Rat erklärt, niemand sei auf das spanische Festland oder in andere Mitgliedstaaten weitergereist.
- Gerichtsmediziner bargen vor Ceuta 79 Leichen, zwei davon bereits vor dem Ansturm; Marokkos Innenministerium meldete 11 Todesfälle auf seiner Seite.
- Geschäfte in Ceuta, das rund 84.000 Einwohner zählt, blieben tagelang geschlossen; die spanischen Behörden übernahmen die Betreuung von 862 unbegleiteten Minderjährigen.
Der Blick von außen
Al Jazeera stellt den Grenzübertritt in den Kontext von Marokkos Souveränitätsanspruch auf Ceuta und Melilla sowie des Ansturms von 2021, der auf Spaniens Entscheidung folgte, den Anführer der Frente Polisario zu behandeln. Die Jerusalem Post berichtet über Behauptungen in sozialen Medien, die Israel und die USA für die Krise verantwortlich machen – der US-Botschafter in Israel wies dies als Unsinn zurück.
Mögliche Folgen
- Die Angaben zu den Todeszahlen gehen auseinander: Die Behörden von Ceuta sprachen am Montag von 88, die marokkanische Gruppe AMDH nennt fast 130 Opfer sowie Dutzende Vermisste.
- Spanien erklärt, der Status der Verbliebenen werde noch geklärt; Menschen ohne Bleiberecht droht die Rückführung nach Marokko.
- Italien hat die Luft- und Seekontrollen gegenüber Spanien für einen Monat wieder eingeführt; die EU-Migrationskommissarin kritisierte Madrids Regularisierungsplan.
- Die FAZ berichtet, dass online kursierende Aufrufe den 15. August als Termin für einen weiteren Massenübertritt nennen.
Spain: Madrid calls its response immediate and efficient, insists Schengen was in no way compromised and says critics act out of prejudice, fake news and political interest.
Morocco: Rabat counts 40,000 migrants and 11 deaths, accuses Madrid of not warning it about the predictable effects of the court ruling, and asks the EU not to handicap its development.
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