SymbolbildZahl der Toten in Ceuta steigt auf 72, während die meisten Migranten nach Marokko zurückkehren
Die Zahl der Todesopfer bei der Massenüberquerung in die nordafrikanische Exklave Ceuta in der vergangenen Woche ist auf mindestens 72 gestiegen, nachdem zuvor 67 gemeldet worden waren. Die meisten der zehntausenden Menschen, die hineingelangten, sind inzwischen nach Marokko zurückgekehrt.
Was passiert ist
- Die Überquerungen begannen am Mittwoch, dem 29. Juli; der Guardian zählt mehr als 50.000 Menschen, die innerhalb weniger Tage nach Ceuta gelangten.
- Ceuta liegt an der nordafrikanischen Küste, etwa 19 Kilometer auf dem Seeweg vom spanischen Festland entfernt.
- Ein Grenzgänger sagte dem Guardian, die marokkanische Polizei habe Kontrollpunkte bei Fnideq entfernt und Marokkaner durchgewinkt, während Migranten aus Subsahara-Afrika zurückgedrängt worden seien.
- Das Handelsblatt berichtet, die Suche nach weiteren Leichen vor der Küste sei am Sonntag fortgesetzt worden.
- Die EU-Innenminister beraten laut FAZ am Dienstag per Videokonferenz.
Der Blick von außen
Deutsche und US-amerikanische Medien verschieben den Blickwinkel weg von der Meerenge: Die FAZ behandelt Ceuta als ersten Test für das erst wenige Wochen alte Gemeinsame Europäische Asylsystem und warnt vor Sogwirkungen und gelenkten Gerüchten. Die New York Times berichtet, Europas extreme Rechte, 2015 noch eine Randerscheinung, präge inzwischen den Ton der Reaktion.
Mögliche Folgen
- Wie viele Menschen noch auf See vermisst werden, ist unklar; die FT berichtet, Marokko zähle seine Toten und Vermissten.
- Eine Minderheit campiert weiterhin an einer Uferpromenade in Ceuta, berichtet die New York Times, und werde dort bleiben.
- Rabats Motiv ist unbewiesen: Der Guardian zitiert Spekulationen über Sánchez' Algerien-Besuch und den Westsahara-Konflikt.
- Die FAZ fragt, was geschähe, wenn ein solcher Ansturm das spanische Festland träfe, wo Rückführungen schwerer sind als aus einer Exklave.
Spain: Prime minister Pedro Sánchez calls the crossing a violation of Spain's territorial integrity; Madrid blames human-trafficking mafias exploiting a supreme court ruling against summary returns.
Morocco: Rabat says it is unhappy about the mass crossing, attributes it to criminal organisations, calls cooperation with Spain exemplary and hopes those in Ceuta return.
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