SymbolbildZahl der Todesopfer in Ceuta steigt auf 67 – EU beruft Krisensitzung ein
Die Zahl der Menschen, die beim Versuch, die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta zu erreichen, ertrunken sind, ist auf 67 gestiegen. Die EU-Innenminister treffen sich am Dienstag zu einer außerordentlichen Sitzung.
Was passiert ist
- Rund 50.000 Menschen, überwiegend junge Marokkaner, kamen am Donnerstag, dem 30. Juli, nach Ceuta; die Exklave hat 84.000 Einwohner.
- Spaniens Innenminister bezifferte die Zahl der Ertrunkenen am Samstag auf einer Pressekonferenz auf 67.
- Mehr als 48.000 kehrten am Freitag freiwillig nach Marokko zurück; über Nacht bis Samstag kamen keine neuen Ankömmlinge.
- Spanien begann am Samstag mit der Installation einer 500 Meter langen schwimmenden Barriere im Meer vor dem Grenzübergang.
- Italien führte für einen Monat Einreisekontrollen für Reisende aus Nicht-EU-Staaten ein, die per Flugzeug oder Schiff aus Spanien ankommen.
Der Blick von außen
Die Jerusalem Post berichtet unter Berufung auf Recherchen der New York Times, dass die marokkanische Polizei die an der Grenze versammelten Migranten zum Überqueren gedrängt habe; ein befragter Mann erinnerte sich, dass Beamte ihm gesagt hätten: „Kommt nach Spanien.“ Die Zeitung dokumentiert zudem Accounts von ganz rechts und ganz links im Internet, die Israel für den Grenzübertritt verantwortlich machen und dabei einen sieben Jahre alten Beitrag von Yair Netanyahu als vermeintlichen Beweis anführen.
Mögliche Folgen
- Die EU-Botschafter treffen sich am Montag, die Innenminister am Dienstag, um über Unterstützung für Spanien und die Koordination an der Außengrenze zu beraten.
- Eine mögliche Beteiligung der marokkanischen Polizei bleibt unbestätigt; Madrid erklärt, es habe keine Geheimdiensterkenntnisse über einen bevorstehenden Massenandrang gegeben.
- Spaniens Opposition fordert den Rücktritt des Innenministers wegen der späten Reaktion, während die Regierung mit Waldbränden beschäftigt war.
- Madrid führt den Ansturm teils auf Schleusernetzwerke zurück, die ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zu Rückführungen auf See falsch ausgelegt hätten.
Spain: Madrid calls the crossing an attack on Spain's territorial integrity, defends Morocco as a reliable partner and accuses some EU governments of acting on prejudice and false reports in breach of European law.
Italy, Denmark and co-signatories: Rome introduced month-long checks on travellers from Spain and, with Copenhagen and Berlin among 22 governments, demanded an EU ministers' meeting on aid to Spain and external border control.
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