SymbolbildBig-Tech-Bilanzen spalten Anleger bei KI-Ausgaben
Die bis Freitag gemeldeten Quartalszahlen der größten US-Technologiekonzerne haben den Markt in der Frage ihrer KI-Investitionen gespalten. Die FAZ zählt Microsoft und Amazon zu den Gewinnern der Berichtssaison, Apple, Meta und Alphabet zu den Verlierern.
Was passiert ist
- Nikkei Asia berichtet, dass die vier US-Giganten im Quartal 95 Milliarden Dollar an Barmitteln verbrannt haben; Bloomberg beziffert die zugesagten KI-Ausgaben auf 2 Billionen Dollar.
- Amazon und Alphabet verbuchten trotz schnellen Wachstums ihrer Cloud-Sparten einen negativen Cashflow, schreibt die FAZ.
- Jeder große US-Technologiekonzern außer Apple erhöht sein Investitionsbudget in diesem Jahr deutlich.
- Apple, getroffen von einer KI-bedingten Knappheit bei Speicherchips, sieht sich zu Preiserhöhungen gezwungen und rechnet mit schwächerem Wachstum.
- Microsoft meldete beschleunigtes Umsatzwachstum bei seiner Azure-Plattform und mehr zahlende Kunden für seinen Copilot-Assistenten.
Der Blick von außen
Die FAZ argumentiert, die Hauptgefahr sei nicht eine schwindende Nachfrage, sondern ein neues, günstiges Angebot aus China: Der Speicherhersteller CXMT ist nach seinem Börsengang nun das wertvollste börsennotierte Unternehmen des Landes, und Moonshot AI unterbietet hoch bewertete US-Modellentwickler. Nikkei Asia berichtet, Speicherhersteller hätten 90 Milliarden Dollar an Cashflow eingenommen.
Mögliche Folgen
- Offen, wie lange Anleger noch mitziehen: Bloomberg bezeichnet die Bewegung als die größte Wall-Street-Rotation seit 2020.
- SK Hynix steigerte den Gewinn um 557 Prozent, dennoch fiel die Aktie um 20 Prozent, ehe sie am Freitag ins Plus drehte.
- Meta verfügt über kein Cloud-Geschäft, das die Ausgaben rechtfertigen würde, und hat angekündigt, in diesen Markt einzusteigen.
- Die New York Times untersucht Oracles schuldenfinanzierten Ausbau von Rechenzentren als Testfall für den Boom.