SymbolbildFast alle Migranten kehren nach Marokko zurück nach Massenübertritt nach Ceuta
Zehntausende Migranten überquerten am Donnerstag von Marokko aus die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta, die meisten schwimmend. Bis Freitagabend teilte Spaniens Innenministerium mit, mehr als 48.300 seien freiwillig zurückgekehrt.
Was passiert ist
- Madrid zählte seit Donnerstagmorgen, 30. Juli, rund 50.000 Ankünfte; die Regionalregierung von Ceuta sprach von 60.000. Die Zahlen ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
- Spaniens Oberster Gerichtshof hatte Sammelabschiebungen von auf See vor Ceuta und Melilla aufgegriffenen Migranten untersagt.
- Spanien mobilisierte am Donnerstagabend die Armee; Polizei und Soldaten hinderten einen Tag später Dutzende weitere Schwimmer an der Landung.
- Rettungskräfte bargen bis Freitagabend Presseberichten zufolge 57 Leichen; Sánchez sprach von mindestens 34 Ertrunkenen.
- In diesem Jahr sind bislang 89 Migranten auf dem Weg nach Ceuta ums Leben gekommen, gegenüber 46 im gesamten Vorjahr.
Der Blick von außen
Das kosovarische Medium Koha berichtet, Italien habe die Schengen-Regeln gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt und in der Nacht seien bei Melilla weitere 300 bis 400 irreguläre Grenzübertritte gezählt worden. Der Kommentar der FAZ deutet den Zustrom als Beleg für Sogfaktoren und merkt an, dass die EU Marokko als sicheres Herkunftsland einstuft.
Mögliche Folgen
- Die irische EU-Ratspräsidentschaft berief für Samstag ein Krisentreffen ein; die EU-Botschafter sollen sich am Montag in Brüssel treffen.
- Sánchez kündigte ein provisorisches Aufnahmezentrum für die Registrierung sowie beschleunigte Ausweisungen an, zudem eine Bojenlinie zur Markierung der Grenze am Strand von Tarajal.
- Ob Marokko seine Kontrollen gelockert hat, bleibt offen; das Handelsblatt wirft die Frage auf, eine marokkanische Stellungnahme findet sich in der Berichterstattung nicht.
Spain: Sánchez calls the crossing a violation of Spain's territorial integrity and blames human-trafficking networks that exploited the court ruling.
Morocco: No public position from Rabat appears in the available reporting; Moroccan territory took back the returning migrants within a day.
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