SymbolbildErdbeben in Kumamoto: Zahl der Todesopfer steigt auf 35, Suche in eingestürztem Einkaufszentrum dauert an
Drei Tage nach dem starken Erdbeben, das am Dienstag die Präfektur Kumamoto im Südwesten Japans erschütterte, ist die bestätigte Zahl der Todesopfer auf 35 gestiegen. Rettungskräfte durchsuchen bei Temperaturen von bis zu 35°C weiterhin ein teilweise eingestürztes Einkaufszentrum und eine Papierfabrik. Rund 15.000 Menschen befinden sich in Notunterkünften, etwa 23.000 Haushalte sind weiterhin ohne Strom, 75.000 ohne fließendes Wasser.
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Was passiert ist
Das Erdbeben erschütterte am Dienstag, den 28. Juli, die Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu und erreichte auf der siebenstufigen japanischen Shindo-Skala die Höchststufe 7; die FAZ gibt die Magnitude mit 7,1 an, der Guardian mit 6,8. Die Präfekturregierung zählte mindestens 62 Verletzte. Im Aeon-Einkaufszentrum in Kashima wurden nach Angaben des Unternehmens rund 3.000 Kunden auf einen Parkplatz evakuiert, bevor eine Gasexplosion einen anderen Gebäudeteil zerriss; von zwölf aus den Trümmern geborgenen Personen starben sechs, und alle von der Explosion Betroffenen waren Ladenmitarbeiter, die ins Gebäude zurückgekehrt waren. In der Papierfabrik von Nippon Paper in Yatsushiro stürzte ein Schornstein ein und tötete acht der elf dort eingeschlossenen Arbeiter, einer wird noch vermisst. Die vietnamesische Regierung meldete den ersten Todesfall eines ausländischen Staatsbürgers – ein technischer Praktikant, der an seinem Arbeitsplatz von einem umstürzenden Kran erschlagen wurde. Fast 5.000 Angehörige der Selbstverteidigungsstreitkräfte sind im Einsatz und arbeiten bei Temperaturen von bis zu 35°C sowie nach einem nächtlichen Nachbeben der Stärke 5,8.
Der Blick von außen
Chinesische Staatsmedien berichteten am Freitag über den Anstieg auf 35 Tote als reine Nachrichtenmeldung, ohne politische Einordnung. Die vietnamesische Regierung bestätigte den Tod ihres Staatsbürgers – bislang das einzige gemeldete ausländische Todesopfer.
Mögliche Folgen
Die Zahl der Opfer ist stetig gestiegen: 30 am Donnerstag nach Zählung des Guardian, 34 am selben Tag laut New York Times, 35 am Freitag. Behörden zufolge befinden sich rund 15.000 Menschen in 400 Notunterkünften, fast 23.000 Haushalte sind ohne Strom, 75.000 ohne fließendes Wasser; das Verteidigungsministerium lässt Kühlgeräte einfliegen sowie Wasser und Lebensmittel liefern. Der Präsident von Aeon entschuldigte sich am Mittwoch mit einer Verbeugung und erklärte, das Unternehmen habe die Explosion nicht vorhergesehen, deren Ursache noch untersucht wird. Toyota hat drei Werke und Honda ein Motorradwerk vorübergehend stillgelegt, und die Behörde für Geoinformation berichtet, dass sich der Boden in Teilen um 87 cm verschoben habe – zu den Schäden zählt auch das Erdbebenisolationssystem des Rathauses von Yatsushiro, das nach dem Beben von 2016 wiederaufgebaut worden war.