SymbolbildEU-Kommission sieht in Tiktok-Feed vorläufig Verstoß gegen Digitalrecht
Die EU-Kommission teilte am Freitag mit, dass der „For You“-Feed von Tiktok vorläufig gegen den Digital Services Act verstößt, weil er junge und verletzliche Nutzer in repetitive Inhalte zieht. Eine Strafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes ist möglich.
Die Kommission wirft Tiktok vor, die Risiken seines Empfehlungsalgorithmus nicht sorgfältig geprüft und begrenzt zu haben. Laut Guardian stoppte der „Nicht interessiert“-Button ähnliche Videos zu Ernährung und Körperbild nicht, und das Auffrischen des Feeds brachte nur kurze Entlastung. Politika berichtet, die Kommission verlange, dass Tiktok sich stärker auf ausdrückliche Nutzereinstellungen stützt, die Verweildauer als Hauptsignal abschafft und den Algorithmus regelmäßig testet. Die Beamten betonten, es gehe um die Gestaltung, nicht um die Rechtmäßigkeit einzelner Videos. Tiktok kann nun die Beweise einsehen und schriftlich antworten.
Tiktok weist Vorwürfe zurück
Ein Tiktok-Sprecher nannte die Aussagen der Kommission „grundlegend unzutreffend“ und verzerrend für die Architektur der Plattform. Das Unternehmen sagt, im ersten Halbjahr 2026 hätten mehr als 79 Millionen EU-Nutzer „Nicht interessiert“- oder Stichwortfilter verwendet.
Dritte vorläufige Feststellung im Verfahren
Laut FAZ ermittelt die Kommission seit 2024 gegen Tiktok und hatte dieses Jahr bereits Ergebnisse zu öffentlichen Konten Minderjähriger sowie im Februar zu Benachrichtigungen vorgelegt, die die Verweildauer verlängern sollen. Die Molly Rose Foundation begrüßte die Feststellungen und forderte die britische Aufsicht Ofcom zu eigenen Ermittlungen auf.