SymbolbildBombendrohungen treffen nach Flügen nun auch Sender in Europa
Falsche Bombendrohungen trafen diese Woche zum dritten Mal europäische Flüge, am Freitag erreichten E-Mails auch Redaktionen in Irland, Großbritannien und Bulgarien. Sprengstoff wurde nirgends gefunden.
Kurz vor 9 Uhr GMT erhielt RTÉ in Dublin am Freitag, 6. November, eine E-Mail mit der Warnung, innerhalb von 45 Minuten werde eine Bombe explodieren, und räumte sein Gebäude. Auch Sky, Bulgariens Nova TV, Newstalk und die Irish Independent erhielten Drohungen, Novas Redaktion wurde evakuiert. Laut Reuters, zitiert von Meduza, trugen die E-Mails an RTÉ und Nova den Betreff "MESSAGE TO THE WEST" und waren mit "Mikhail Andropov" unterzeichnet. Der Absender reklamierte die Drohungen gegen Flüge für sich und schrieb, dies sei "erst der Anfang". Irlands Premier Micheal Martin rief zur Ruhe auf, und laut Le Monde kann bislang keine Regierung sagen, ob Einzelne, koordinierte Gruppen oder feindliche Staaten dahinterstecken, eine Woche vor zwei Gipfeln in Dublin.
Erneut Flüge im Visier
Tschechische Polizei registrierte Drohungen gegen neun Flüge in Prag, ein Wizz-Air-Flug nach Rom wurde nach Venedig umgeleitet und landete sicher. Das Büro des französischen Premierministers meldete vier neue Drohungen gegen Flugzeuge über französischem Gebiet, alle landeten sicher, und die dänische Polizei ermittelte wegen Drohungen im Zusammenhang mit dem Flughafen Kopenhagen.
Wer steckt dahinter?
ANSA berichtete, frühere Drohungen seien im Namen von "Kämpfern des Männerstaats" verschickt worden, doch Gründer Wladislaw Posdnjakow sagt, die Bewegung existiere nicht mehr und er sei nicht beteiligt. Spaniens Außenminister José Manuel Albares sprach von "hybrider Aggression und einer Form psychologischer Kriegsführung"; keine Regierung hat bisher einen Urheber benannt.