SymbolbildAnthropic-Börsengang: Debatte über 80 Milliarden Dollar Verlust und Risikowarnungen
Analysten zerlegen den am Montag veröffentlichten Börsenprospekt von Anthropic, der einen Nettoverlust von rund 80 Milliarden Dollar neben rasantem Umsatzwachstum ausweist.
Die FAZ berichtet, der Verlust sei überwiegend nicht zahlungswirksam: 72,4 Milliarden Dollar der Bereinigungen von Anthropic betreffen Wandelanleihen, deren beizulegender Zeitwert mit der Unternehmensbewertung steigt. Google hat seine Anleihen vollständig umgewandelt, Amazon hält noch Anleihen mit einem Nennwert von rund 6,2 Milliarden Dollar. Christof Schürmann vom Flossbach von Storch Research Institute hält die Bereinigungen für bilanziell korrekt und verweist stattdessen auf den Umsatz von 16,3 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr, einen operativen Verlust von 693 Millionen Dollar und einen positiven operativen Cashflow von 3,9 Milliarden Dollar. Er warnt, dass Umwandlungen die übrigen Aktionäre verwässern könnten.
Risikofaktoren und offene Verpflichtungen
Die Financial Times weist darauf hin, dass die Risikofaktoren 94 der 335 Seiten des Prospekts füllen. Dazu zählen ein Streit mit der US-Regierung, die Anthropic als "Lieferkettenrisiko" eingestuft hat, und die Warnung vor "katastrophalen oder existenziellen" Risiken ohne Schutzvorkehrungen. Der Zahlungsplan für mehrjährige, unkündbare Einkaufsverpflichtungen für Infrastruktur ist weiterhin leer.
Bewertung und Anlegerinteresse
Die FT nennt eine Bewertung von bis zu 1,75 Billionen Dollar und schreibt, die Angst, etwas zu verpassen, könne die Zweifel überwiegen, wie ein Finanzier ihrem Kolumnisten sagte. Bloomberg-Schlagzeilen deuten auf Skepsis australischer IT-Chefs und eine mögliche KI-Rally hin; vorliegen waren nur die Schlagzeilen.