SymbolbildHongkongs Regierungschef entschuldigt sich für Brand in Tai Po, Wohnungsbauministerin tritt zurück
Hongkongs Regierungschef John Lee hat sich am Donnerstag für den Brand im Wang Fuk Court entschuldigt, bei dem 168 Menschen starben. Wohnungsbauministerin Winnie Ho trat zurück, nachdem ein von einem Richter geleiteter Bericht vier Behörden Versäumnisse vorgeworfen hatte.
Lee und sieben weitere Amtsträger verneigten sich am Donnerstag, dem 29. Oktober, zur Entschuldigung, als der Bericht vorgestellt wurde. Er nannte ein "jahrzehntelanges Versagen" staatlicher Stellen. Private Auftragnehmer seien die "Hauptschuldigen", doch die Feuerwehr-, die Bau- und die Arbeitsbehörde sowie die Independent Checking Unit (ICU) trügen einen Teil der Verantwortung. Die dem Wohnungsbauamt unterstellte ICU trage am meisten, so der Bericht, wegen ihres "laxen" Vorgehens bei der Durchsetzung. Lee sagte, Ho sei nicht persönlich verantwortlich, ihr Ressort müsse aber die politische Verantwortung tragen. Er selbst bleibe im Amt, um die Reformen zu führen.
Reformen und weitere Untersuchung
Die ICU wird aufgelöst und im kommenden Monat durch eine Abteilung für die Bauaufsicht im öffentlichen Wohnungsbau ersetzt. Eine Task Force soll gegen Submissionsabsprachen bei Sanierungsausschreibungen vorgehen, die Lee zufolge unter Strafe gestellt werden. Eine dreimonatige Untersuchung zur Rolle der Regierung soll beginnen; laut South China Morning Post prüft ein dreiköpfiges Team bis zu 50 Beamte.
Angehörigen geht das nicht weit genug
Yip Ka-kui, der bei dem Brand seine Frau verlor, forderte den Rücktritt aller Minister der genannten Behörden. Pekings Büro für Hongkong- und Macau-Angelegenheiten lobte dagegen die "ernsthafte Rechenschaft" der Regierung.