SymbolbildFlávio Bolsonaro erreicht Miami, obwohl er seine Pässe abgeben sollte
Brasiliens unterlegener Kandidat flog über Argentinien und Ecuador nach Florida, die USA erteilten Visa. Präsident Lula nannte die Ausreise beschämend.
Flávio Bolsonaro, der am Sonntag, 25. Oktober, die Stichwahl gegen Lula verlor, überquerte laut Argentiniens Migrationsbehörde am späten Dienstagabend, 27. Oktober, mit seiner Frau und den beiden Töchtern die Grenze nach Argentinien. Ein Privatjet brachte die Familie über Guayaquil nach Miami, wo sie laut Bildern von Reuters TV am Mittwoch eintraf. Er hatte eine Frist des Obersten Gerichts zur Abgabe seiner Pässe verstreichen lassen, danach annullierte die Bundespolizei seinen brasilianischen Pass und seinen Diplomatenpass. Ein hoher Beamter des Außenministeriums sagte, die Familie erhalte Visa, und Trump erklärte vor Reportern: „Well, I would approve.“ Lula sagte, Bolsonaro hätte bleiben und seine Unschuld beweisen sollen.
Ermittlungen hinter der Ausreise
Die Bundespolizei prüft, ob Bolsonaro in mutmaßliche Geldwäsche seines Freundes, des Anwalts Willer Tomaz, verwickelt ist, und untersucht Zahlungen des inhaftierten Bankiers Daniel Vorcaro für einen Film über Jair Bolsonaro. Er bestreitet jedes Fehlverhalten. Sein Senatsmandat endet Ende Januar, womit er laut FAZ seinen parlamentarischen Schutz verliert.
Widersprüchliche Reiseangaben
Am Dienstag hatten Vertraute Medien gegenüber behauptet, er sei schon in den USA, was die dokumentierte Route widerlegte; ob das Absicht war, ist laut FAZ unklar. Die FAZ berichtet zudem, er erwäge womöglich politisches Asyl, die Erklärung des Außenministeriums erwähnte dies jedoch nicht.