SymbolbildEuropäischer Gaspreis über 100 Euro, Sorge vor Iran-Schlägen und Weltbank-Warnung belasten die Märkte
Der europäische Gaspreis ist am Mittwoch erstmals seit 2022 über 100 Euro je Megawattstunde gestiegen, aus Sorge vor neuen US-Angriffen auf den Iran. Die Weltbank erwartet in diesem Jahr einen Anstieg der Rohstoffpreise um 23 Prozent.
Niederländisches Gas zur Lieferung im November stieg laut Financial Times am Mittwoch, 28. Oktober, um 5 Prozent auf 100,95 Euro und fiel dann knapp unter 100 Euro zurück. Präsident Donald Trump hat angedeutet, die USA könnten den Iran nach den Zwischenwahlen am 3. November angreifen, und das Wall Street Journal berichtete, Washington habe die Golfstaaten angewiesen, sich auf eine kurze, intensive Kampagne vorzubereiten. Händler preisen zudem einen möglicherweise kalten Winter ein, während die Speicher leerer sind als üblich. Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar haben sich die Preise fast verdreifacht, in diesem Monat legten sie um 39 Prozent zu.
Engpass an der Straße von Hormus
Analysten zufolge, die das Handelsblatt zitiert, liegen die LNG-Exporte durch die Straße von Hormus bei einem Viertel des Vorkriegsniveaus. Kpler zählte im September 27 Ladungen, die die Meerenge verließen, im August waren es sieben, berichtet Le Monde. Argus-Analyst David Luff warnt, zunehmend stelle sich die Frage, welcher Preis staatliche Eingriffe zur Nachfragedämpfung auslösen würde.
Ausblick der Weltbank
In ihrem Rohstoff-Ausblick erwartet die Weltbank für 2026 einen Anstieg der Energiepreise um 32 Prozent, mit einem Brent-Durchschnitt von 91 Dollar nach 69 Dollar 2025. Die Prognose setzt keine wesentliche Eskalation voraus; in einem Negativszenario könnte Brent 2027 im Schnitt 105 Dollar kosten und die Nahrungsmittelpreise könnten ihr Niveau von 2022 übersteigen.