SymbolbildKein Block erreicht 61 Sitze, arabische Parteien legen bei Israels Wahl stark zu
Nach der Wahl am Dienstag hat weder Netanjahus Block noch Eisenkots Opposition eine Mehrheit in der Knesset. Arabische Parteien legten deutlich zu und könnten über die Regierung entscheiden.
Am Mittwochmorgen sah die Zentrale Wahlkommission laut Jerusalem Post Netanjahus Block bei 54 und die Opposition bei 49 Sitzen, den Likud bei 27. Die FAZ meldete eine Hochrechnung vom Nachmittag mit dem Likud bei 26 und Eisenkots Yaschar bei 21 Sitzen. Die Vereinte Liste und Raam kommen laut FAZ auf voraussichtlich 19 Sitze, zuvor waren es zehn, laut Jerusalem Post auf mindestens 17. Raam-Chef Mansour Abbas sagte, er würde einen Eintritt in eine von Eisenkot geführte Koalition erwägen, und der Chef der Demokraten, Yair Golan, forderte die Opposition auf, mit den arabischen Parteien zu regieren. Eisenkot, Bennett und Liberman schließen arabische Parteien in der Regierung aus. Der Vorsitzende der Vereinten Liste, Yousef Jabareen, erklärte, seine Partei sei bereit, bei Netanjahus Ablösung zu helfen, und Analysten erörtern eine von außen gestützte Minderheitsregierung.
Likud behauptet Wahldiebstahl
Der Likud erklärte, arabische Parteien hätten die Wahl durch Bestechung, Drohungen und Fälschung gestohlen, und kündigte an, Polizei, Schin Bet und Wahlkommission hunderte Zeugenaussagen zu übergeben. Die Jerusalem Post merkt an, dass bislang keine Belege öffentlich vorliegen. Die Kommission prüft die Eingabe im Rahmen einer Routineprüfung, und Rahats Bürgermeister Talal al-Krenawi nannte die Vorwürfe Lügen und Hetze.
Trump will offenbar Rechtsextreme draußen
US-Quellen sagten Walla, Trump wolle Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich aus der nächsten Regierung heraushalten, weil er Siedlergewalt als Gefahr für seine Nahost-Pläne sieht. Trump selbst äußerte sich zum Ergebnis nicht.
Herzog warnt vor Neuwahl
Präsident Isaac Herzog sagte, man müsse alles tun, um eine weitere Wahl zu vermeiden, und erwarte, dass die Parteichefs mit offenem Geist zu den Konsultationen kommen. Die Jerusalem Post erwartet deren Beginn in der kommenden Woche.