SymbolbildZahl der Toten steigt auf 68 nach Zusammenstoß von Hochgeschwindigkeitszügen bei Toledo
Ein Renfe-Zug fuhr am Mittwoch südlich von Madrid auf einen stehenden Iryo-Zug auf und tötete mindestens 68 Menschen. Verkehrsminister Óscar Puente sagt, eine Leitstelle habe den Renfe-Zug fälschlich losgeschickt.
Der Zusammenstoß ereignete sich am Mittwoch, dem 28. Oktober, gegen 9 Uhr in Kastilien-La Mancha; im Iryo-Zug saßen 147 Menschen, im Renfe-Zug 397, wie ein Sprecher der Regionalregierung mitteilte. Regionalpräsident Emiliano García-Page bezifferte die Zahl der Toten auf 68 und erklärte, die Retter rechneten mit weiteren Opfern; laut Financial Times starben mindestens 40 davon im Iryo-Zug. Die Angaben zu den Verletzten weichen ab: 58 laut Regionalregierung, 80 (davon 15 schwer) laut Gesundheitsministerin Mónica García.
Falsche Anweisung aus der Leitstelle
Puente zufolge löste ein Computerkommunikationsfehler ein rotes Signal aus, das den Verkehr stoppte; danach habe eine Leitstelle den haltenden Renfe-Zug gegen 8.36 Uhr zur Weiterfahrt aufgefordert: „Das war eindeutig die falsche Entscheidung.“ El País verdächtigt unter Berufung auf Regierungsquellen einen Mitarbeiter der Leitstelle Atocha in Madrid, wie Koha berichtet. Renfe erklärt, sein Zug sei wie angewiesen weitergefahren; Iryo und Adif äußerten sich nicht.
Zweites Unglück in diesem Jahr
Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte, die Ursache scheine nichts mit dem Unglück vom Januar zu tun zu haben, bei dem 46 Menschen starben und das mit einem Schienenbruch an einer Schweißnaht in Verbindung gebracht wurde; bei Fahrlässigkeit versprach er eine entschiedene Reaktion. Die Parteien setzten den Wahlkampf vor der Wahl am 29. November aus, und Vox-Chef Santiago Abascal nannte das Unglück ein Zeichen für verfallende Infrastruktur.