SymbolbildVertreibungen in Hebron nehmen zu, UN-Kommission wirft Israel Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor
Israelische Kräfte haben in Hebron Tausende Palästinenser vertrieben, seit ein Anschlag am Freitag zwei Soldaten tötete. Eine UN-Untersuchungskommission warf Israel am Montag Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Westjordanland vor.
Nachdem zwei palästinensische Schützen am Freitag, dem 23. Oktober, zwei israelische Soldaten getötet hatten und selbst getötet wurden, riegelte die Armee Hebron ab und befahl den Bewohnern von Ein Deir Bahha, wo die Angreifer lebten, ihre Häuser zu verlassen. Die Zahlen der Vertriebenen gehen auseinander: Das städtische Hilfskomitee nennt 2.649 Menschen, die Stadtverwaltung 3.189, der Gouverneur 3.171. Die Armee erklärt, Zivilisten seien freiwillig gegangen, Betroffene sagten dem Guardian, sie seien gezwungen worden. Laut Al Jazeera kündigten Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz an, das „Dschenin-Modell“ auf Hebron anzuwenden. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnte, Kollektivstrafen seien ein schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht, und Drohungen, ganze Viertel zu räumen, weckten Sorge vor möglicher ethnischer Säuberung.
Abrisse beschäftigen das Oberste Gericht
Finanzminister Bezalel Smotrich rechtfertigte die Abrisse laut Al Jazeera als „Abschreckung schaffen und einen Preis fordern“. In einer Eingabe vom Sonntag teilte der Staat dem Obersten Gericht mit, Teile zweier Geschäftsgelände seien ohne vorherige Anhörung abgerissen worden, weil der Militärkommandeur ein dringendes Sicherheitsrisiko am Kontrollpunkt sah. Die Eigentümer, die jede Beteiligung bestreiten, sprechen von Kollektivstrafe.
Befunde der UN-Kommission
In einem am Montag veröffentlichten Bericht stellte die UN-Untersuchungskommission fest, israelische Behörden und Streitkräfte hätten im Westjordanland die Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Auslöschung, Folter, Vergewaltigung und Verfolgung begangen. Sie zählt 254 Palästinenser, die zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 30. September 2026 bei Luftangriffen getötet wurden, gegenüber sechs von 2008 bis zum 6. Oktober 2023. Israels Außenministerium nannte den Bericht Propaganda, die Mission in Genf forderte die Auflösung der Kommission.
Andere Meinungen
Die Jerusalem Post betont den Fund eines 15 Meter tiefen Schachts nahe dem Haus eines Angreifers und die Sicherheitsbegründung des Staates, während Al Jazeera, Guardian und Le Monde die Vertriebenen und Kollektivstrafen in den Mittelpunkt stellen.