SymbolbildAnthropic legt Börsenprospekt vor: stark steigende Umsätze, hohe Verluste
Anthropic hat am Montag seinen S-1-Antrag veröffentlicht und steuert auf einen Börsengang im nächsten Monat zu. Es wäre das erste führende KI-Labor an der Börse.
In dem am Montag, 26. Oktober, veröffentlichten, 335 Seiten langen Dokument weist Anthropic für das erste Halbjahr 2026 einen Nettoverlust von 80,7 Mrd. Dollar bei Umsätzen von rund 16,3 Mrd. Dollar aus. Reuters führt den Verlust überwiegend auf einen Anstieg des beizulegenden Zeitwerts von in Aktien wandelbaren Anleihen zurück. Der Umsatz wuchs im Quartal bis zum 30. Juni um 1.368 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Financial Times schreibt, der Börsengang zeige, ob öffentliche Investoren die Begeisterung der privaten Geldgeber teilen.
Rechenleistung als Verpflichtung
Seit dem 30. Juni hat Anthropic Miet- und Geschäftsverträge mit Mindestzahlungen von rund 245 Mrd. Dollar abgeschlossen, überwiegend für Rechenkapazität, dazu kurzfristige Verpflichtungen von rund 21 Mrd. Dollar. Zudem stockte das Unternehmen seine revolvierende Kreditlinie auf 15 Mrd. Dollar auf, zuvor waren es 3,3 Mrd. Dollar, und AMD will bis zu 5 Mrd. Dollar in Anthropic-Aktien investieren.
Governance und Risiken
Die FT verweist auf eine Struktur, die gewöhnlichen Aktionären kaum Mitsprache gibt; das Dokument selbst warnt vor möglichen „katastrophalen oder existenziellen Risiken für die Menschheit“. Laut Bloomberg nennt es zudem Klimawandel und Störungen bei TSMC als Risiken.
Claude schreibt den Code
Laut S-1 stammten im September 2026 über 90 Prozent der Beiträge zur Codebasis von Claude. Der Umsatz pro Mitarbeiter beträgt 6,6 Mio. Dollar.