SymbolbildSerbien wählt vorzeitig, Studentenliste fordert Vučićs Partei heraus
Die Serben wählten am Sonntag vorzeitig ein neues Parlament. Eine Studentenliste, die aus dem Unglück von Novi Sad hervorging, könnte die Partei von Aleksandar Vučić schlagen.
Die Wahllokale waren von 7:00 bis 20:00 Uhr Ortszeit geöffnet. Laut TASS wählten 6.451.292 registrierte Wähler 250 Abgeordnete aus 18 Listen. Das Handelsblatt berichtet, die erstmals antretende Studentenliste und die Serbische Fortschrittspartei (SNS) kämen in Umfragen jeweils auf etwas mehr als 40 Prozent, die Institute wichen aber stark voneinander ab. Vučić trat laut TASS am 27. September als Präsident zurück, seine Partei tritt als „Vereinigtes Serbien“ an.
Koalitionsrechnung
Selbst ein Sieg der Studenten machte eine schnelle Regierungsbildung unwahrscheinlich, schreibt das Handelsblatt. Vučić regierte mit kleineren Partnern, die Studentenliste schließt dagegen Koalitionen mit Oppositionsparteien aus und hätte ohne absolute Mehrheit keinen Partner.
Bewegung aus Novi Sad
Es ist die erste Parlamentswahl seit dem Einsturz des Vordachs am renovierten Bahnhof von Novi Sad am 1. November 2024, bei dem 16 Menschen starben. Am Donnerstag demonstrierten in Belgrad Zehntausende gegen das, was die Bewegung Schlamperei, Machtmissbrauch und Korruption nennt.
Andere Meinungen
Bloomberg stellt Vučić in der Überschrift als „von Putin gestützten Machthaber“ gegen studentischen Protest dar, während TASS die Wahl nüchtern institutionell beschreibt und keine Umfragen nennt.