SymbolbildStichwahl in Brasilien zwischen Lula und Flávio Bolsonaro endet im Kopf-an-Kopf-Rennen
Brasilien wählt am Sonntag in einer Stichwahl zwischen Präsident Lula und Senator Flávio Bolsonaro, die letzten Umfragen sehen beide gleichauf. Fast 159 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.
Flávio Bolsonaro gewann die erste Runde am 4. Oktober mit 47 zu 45 Prozent vor Lula, doch sein Vorsprung ist verschwunden. Datafolha sah beide am Donnerstag bei je 50 Prozent. Eine am Samstag veröffentlichte CNT/MDA-Umfrage sieht Bolsonaro bei 46,3 und Lula bei 45 Prozent, innerhalb der Fehlermarge von 2,2 Punkten. Die meisten Analysten halten Bolsonaro weiterhin für den leichten Favoriten, berichtet der Guardian.
Ruhigeres letztes Duell
In ihrer letzten Debatte am Freitag bei Globo traten beide Kandidaten zurückhaltender auf. Bolsonaro warf Lula vor, das organisierte Verbrechen wachsen zu lassen und Familien in die Verschuldung zu treiben; Lula entgegnete, Bolsonaro "weiß nicht, was Hunger ist". Laut Le Monde stieß Bolsonaros Spott über Lulas "neun Finger" als diskriminierend auf Kritik.
Kundgebungen im Streit um Korruption
Lula sprach am Samstag vor Menschenmengen in Rio und São Paulo, Bolsonaros Anhänger versammelten sich in Minas Gerais. Laut FAZ reichten beide Kandidaten Bank- und Telefondaten beim Wahlgericht ein, um die größere Korruption des anderen zu belegen; der Richter hält sie unter Verschluss.
Andere Meinungen
Der Guardian nennt für Lulas Kundgebung an der Copacabana die Zahl von rund 1,1 Millionen Menschen laut Rios Stadtverwaltung, Al Jazeera spricht dort von Hunderten Anhängern.