SymbolbildIsrael zerstört Viertel in Hebron und plant Abriegelung des Westjordanlands
Israel hat in Hebron Gebäude abgerissen und 1.200 bis 2.000 Palästinenser vertrieben, nachdem dort am Freitag zwei Soldaten getötet wurden. Am Wahltag will die Armee das Westjordanland abriegeln.
Zwei Bewaffnete griffen am Freitag, 23. Oktober, einen Kontrollpunkt bei Hebron an und töteten zwei israelische Soldaten, bevor sie selbst getötet wurden. Verteidigungsminister Israel Katz sagt, eine Hamas-Zelle aus einem Viertel Hebrons sei verantwortlich gewesen; rund 2.000 Bewohner seien evakuiert worden und dürften erst zurückkehren, wenn Israel alle Hamas-Probleme in Hebron gelöst habe. Reuters berichtet von etwa 1.200 Vertriebenen; die Stadtverwaltung von Hebron zählt rund 1.500 aus Ein Deir Baha Vertriebene sowie 35 Hektar zerstörte oder zum Abriss markierte Fläche. Die Armee verweist auf illegal errichtete Bauten, während die Jerusalem Post anmerkt, sie habe kaum Angaben zu Vergehen der Evakuierten gemacht.
Festnahmen und größere Reichweite
Die Armee meldet etwa 40 Festnahmen, darunter mutmaßliche Mitglieder von Hamas und Islamischem Dschihad. Gouverneur Khaled Dudin sagt, ein Drittel der Stadt sei betroffen, und spricht von Kollektivstrafe.
Abriegelung am Wahltag
Die Armee erklärte am Sonntag, am Dienstag, 27. Oktober, dem Wahltag, würden alle Landübergänge geschlossen und palästinensischen Arbeitern das Betreten und Verlassen des Westjordanlands untersagt.
Andere Meinungen
Israelische Regierungsvertreter sprechen von einer Anti-Terror-Operation, palästinensische von Kollektivstrafe, wie es auch die Analyse der Jerusalem Post nahelegt.