SymbolbildIsraelischer Angriff zerstört Moschee in Gaza-Stadt, während Katz erklärt, Israel kontrolliere 60 Prozent des Gazastreifens
Israelische Kampfjets zerstörten am Dienstag die Al-Muttaqin-Moschee in Gaza-Stadt, direkt neben Zelten, die vertriebenen Palästinensern Schutz boten. Dabei wurde laut Al Jazeera mindestens ein Mensch getötet und mehr als zwölf verletzt. Stunden zuvor hatte Israels Verteidigungsminister Israel Katz im israelischen Fernsehen erklärt, Israel kontrolliere mehr als 60 Prozent des Gazastreifens und wolle 70 Prozent erreichen. Beides geschah, während sich Premierminister Benjamin Netanyahu auf ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington vorbereitete.
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Was passiert ist
Israelische Kampfflugzeuge griffen am Dienstag die Al-Muttaqin-Moschee in Gaza-Stadt an, unweit des YMCA-Gebäudes, und zerstörten dabei die Moschee sowie Zelte, in denen vertriebene Palästinenser untergebracht waren, berichtete Al Jazeera. Mindestens ein Palästinenser wurde getötet und mehr als zwölf verletzt; der Korrespondent des Senders in Deir el-Balah sagte, das Gebiet sei zwar gewarnt worden, doch das Zeitfenster zum Verlassen sei sehr eng gewesen. Bei einem separaten Angriff auf einen belebten Markt im Flüchtlingslager Nuseirat töteten israelische Streitkräfte laut von Al Jazeera zitierten Gesundheitsbehörden einen Palästinenser und verletzten mindestens zwanzig weitere. Katz sagte am selben Tag im Sender C14, israelische Streitkräfte würden die Bevölkerung nun evakuieren, mit voller Wucht angreifen, Gebiet einnehmen und dort bleiben, und von früheren Hamas-Hochburgen wie Jabalia und Shujaiyya sei nichts mehr übrig (TASS). Le Monde dokumentiert dasselbe Muster bereits vor dieser Woche: Am 21. Juli traf eine israelische Rakete das Haus der Familie Al-Masri in Sabra und tötete die Eltern sowie vier Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren; anschließend erklärte die israelische Armee gegenüber israelischen Medien, sie habe ein Hamas-Mitglied ins Visier genommen.
Der Blick von außen
Die russische Staatsagentur TASS legt den Schwerpunkt auf die diplomatischen Spannungen und zitiert den israelischen Sender Kanal 13, wonach Washington auf einen israelischen Rückzug aus Gaza, Libanon und Syrien dränge und Netanyahu seinen Ministern mitgeteilt habe, dies verweigern zu wollen. Die türkische Zeitung Daily Sabah, die Material von Anadolu übernimmt, konzentriert sich auf die humanitären Folgen: Jonathan Veitch, UNICEF-Leiter für die palästinensischen Gebiete, erklärt, zerstörte Leitungen zwängen UN-Mitarbeiter dazu, Wasser auf gefährlichen Routen per Lkw zu transportieren; im April seien zwei UNICEF-Fahrer nahe der Tankstelle Mansoura getötet worden.
Mögliche Folgen
Der am Sonntag gefällte Beschluss des Sicherheitskabinetts, der theoretisch die ersten Angehörigen einer internationalen Stabilisierungstruppe nach Gaza lässt, steht nun neben Katz' erklärtem Ziel, weiteres Territorium einzunehmen – Al Jazeera weist darauf hin, dass die Truppe nur in Gebiete außerhalb israelischer militärischer Kontrolle einrücken würde. Netanyahus Treffen mit Trump ist der Punkt, an dem die berichtete US-Forderung nach einem Rückzug auf seine erklärte Weigerung trifft. Im besetzten Westjordanland setzten israelische Siedler in derselben Woche ein Haus nahe Bethlehem in Brand, wodurch acht Palästinenser fliehen mussten, wie der Palästinensische Rote Halbmond berichtete; zugleich meldete Wafa israelische Militäranordnungen zur Beschlagnahmung von rund 200 Dunum im Gouvernement Jenin. Ob Wasserleitungen und Pumpstationen repariert werden, wie es UNICEF fordert, bleibt die praktische Bewährungsprobe für die humanitäre Seite des Waffenstillstands.
Israel: Katz says Israel holds more than 60 percent of Gaza, will push to 70 percent and will not give up its security zones in Gaza, Lebanon and Syria; the army says its strikes target Hamas members and that it supports Palestinians while blocking Hamas from taking aid.
Palestinians in Gaza and the West Bank: Residents and health officials cited by Al Jazeera and Le Monde say the strikes keep killing civilians despite the ceasefire, with warnings too short to evacuate, while Palestinian officials report settler arson near Bethlehem and land seizures in Jenin.
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Quellen