SymbolbildAlbanische Polizei setzt Gummigeschosse ein, Studentenproteste gegen Rama dauern an
Die Polizei feuerte am Samstag in Tirana mutmaßlich Gummigeschosse auf Demonstranten, am fünften Tag der studentischen Forderungen nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama.
Reuters-Videoaufnahmen zeigten, wie Polizisten vor dem Bildungsministerium mit einer Schrotflinte auf die Menge schossen; Reuters-Reporter fanden Gummigeschosse, die zwei Journalisten und mehrere Demonstranten trafen. Polizeichef Skender Hita bestritt den Einsatz von Gummigeschossen nicht und sagte, alle Mittel seien "in begrenztem Umfang" eingesetzt worden. Sieben Beamte seien suspendiert, weil sie ihre "Befugnisse überschritten" hätten. Demonstranten haben Regierungsgebäude und Banken in Brand gesetzt und Steine geworfen, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Rama, der diese Woche gegenüber Reuters erklärte, nicht zurückzutreten, sagte am Samstag, seine Regierung respektiere das Demonstrationsrecht und verfüge über ein klares Mandat.
Unterschiedliche Festnahmezahlen
Hita nannte laut Jerusalem Post unter Berufung auf Reuters 1.067 Festnahmen und 388 Strafverfahren. Die Überschrift von Koha zur selben Pressekonferenz nennt 167 Festnahmen in fünf Tagen.
Beschwerden und Opposition
Die Protestierenden nennen Korruption, Arbeitslosigkeit und schlechte Bildung; die 22-jährige Medizinstudentin Juri Taullahu sprach von "13 Jahren Korruption". Koha berichtet, Berisha habe zu zivilem Ungehorsam aufgerufen.
Israel schließt Botschaft
Israels Botschaft in Tirana wurde am Freitag vorübergehend geschlossen, berichtete KAN News.